Der Isenburger Hof „Gundelshusen“ (Untershausen)
Im Jahr 1415 wird Untershausen erstmals auf dem Umschlag einer Urkunde erwähnt mit dem Text: „Meuder Gundelßhiuser und andere doerber guldt und gutter verunderpfendt als Trierische Lehensgutter.“
In dem Dokument verpfänden Salentin von Isenburg der Ältere und sein Sohn Salentin ihre Güter zu „Mudt“ (Meudt), „Gundelshusen“ (Untershausen), und „Girsbogh“ (Geiersberg) bei „Muntabur“ (Montabaur) an Frank von Kronberg und dessen Ehefrau Katharina, ihrer Tochter bzw. Enkelin. [Anm. 1]
Dieses derzeit bekannte älteste Dokument „Gegeven off den heilige pinxt dach 1415“ ist allerdings keine Geburtsurkunde des Ortes. Die Grundherrschaft war alter Besitz der Herren von Isenburg, die mit den Grafen von Nassau lange vor 1200 Vögte des Waldes Sporkenberg waren, dem Waldgebiet zwischen Rhein, Lahn, Gelbach, Eisenbach und Sayn. Die Verbindung mit der im 10. bis zum 13. Jahrhundert bewohnten Ringwallanlage, dem „Höfchen“ Geiersberg in der Gemarkung Wirzenborn, spricht dafür, dass es sich um einen Adelsbesitz aus der Zeit lange vor den Anfängen der trierischen Herrschaft im Raum von Humbach/Montabaur handelte;[Anm. 2] siehe auch Text: Wald, Gemarkung.
Zu diesem „Staedelhof“, einem Herrenhof im Bann (Gerichtsbarkeit) Montabaur, gehören 1415 Abgaben wie Bede (Grundsteuer, Landsteuer), meist als Getreide, Weidhämmel und Pfenniggülte in Untershausen und zum Geiersberg, im Jahr 1552 Höfe zu Wirzenborn, 1556 Haferrenten zu Untershausen, Stahlhofen und Daubach, 1568 und 1575 Wiesen in der Marau und zu Daubach.[Anm. 3]

Grundherrschaften des Mittelalters im Westerwald. Der Adel. Legende: Der nach links gerundete Halbmond: Herren von Isenburg.
Bei den kleineren Besitzungen der Häusler wird die Herdsteuer fällig. Alle „Hausgesaß“, die Feuer und Flamme haben, auch Witwen, bringen an Martini ein Huhn. Nur Freihöfe und arme Leute, die um Brot betteln, sind frei. Liegt die zahlungspflichtige Frau als Wöchnerin darnieder, dann bleibt ihr das Huhn, der abgeschnittene Kopf geht an den Herren.[Anm. 4])
1459 Friedrich Sohn zu Runkel besitzt die Wiedische Hälfte des Herrenhofs zu Untershausen, danach 1536 und auch 1551 die Grafen von Wied.[Anm. 5]
1539 werden die Grundbesitzabgaben (Gülde) des Hofs zu Gond(g)elshausen (Untershausen) erneut offiziell festgelegt. Mitglieder des Hofgerichts sind die Vertreter der Grundherren von Isenburg und Wied sowie der Hofschultheiß und die Hofschöffen:
„Uffzeichniß der Gülden zu Gongelshausen
we und wer de gefellich sein erneuwert zu
Gongelshausen wie vollgt Durch Jacoben
von Freienrachtorff Isenberchsen Rentmeister
und Geisen Raupach von Dirdorff wiedischen
Diener in piesein Feien Arnolt von Gongels-
hausen Hoeffs Schulteßen und Scheffen Dheis
Contzen soen Henne gnent der Stolhober, Voiß
Kielian zu Stalhoben, Guetten Hengen, Weinet,
Schmitz Greten Henne und Nolden Hengen
von Daupach alle Hoeffsscheffen Beider
Hern von Isenberchs gerichts zu Gongelshausen
geschehen uff unschuldigen Kindertag
und hait gewerett biß uff der Heilgen
Drey Konincktage Anno D funftzehen
hondert und dreisich neun Jar.
Die dritte Verdeilong“[Anm. 6]
Ein Hofgericht (Hubengericht) ist eine Gerichtsstelle für Erbzinsverhältnisse.[Anm. 7]
Zu dem Herrenhof, der Hube Untershausen, gehören auch der größte Teil der Gemarkung Stahlhofen. Aber auch Personen aus weiteren umliegenden Orten haben den Pachtzins zu entrichten: Bladernheim, Daubach, Dies, Eitelborn, Ettersdorf, Gackenbach, Giershausen, Heilberscheid, Holler, Horbach, Isselbach, Marau, Niederelbert, Oberelbert, Reckenthal, Ruppenrod, Sespenrod (wüst seit 1853), Stahlhofen, Welschneudorf und Wirzenborn.
Den Pachtzins entrichten u. a. Jacob der Hofman (Pächter des Hofs) bzw. Jacob vom Hobe, Deunges Heintz, Eva von Undershausen, Eva zu Gongelshausen, Even Erlein (Eiden) Kilian, Even Seyman, Feien Peters Els, Peter des Scholtesen frawe, Schöffer Hen von Undershausen, van Hinderstant und Wollffert.[Anm. 8]
1548 sind als Abgabe für den Hof jährlich 7 Malter Hafer und 4 fl. (Gulden) zu entrichten. Der Zehnt – der zehnte Teil vom Ertrag eines Grundstücks – geht zu ⅔ an den Churfürsten von Trier und zu ⅓ an den Pastor zu Montabaur, „thut iars ungeferlich 12 malter frucht“. Wied und Isenburg haben vom Erzstift Trier ein „hobsgericht“ (Hofgericht) zu Lehen und den Zehnten mit jährlich 80 Malter Hafer, 16 Gänsen, 8 fl. und etliche Hühner, auch 4 Malter harter Frucht jährlich abwechselnd Korn und Hafer. Ebenso erhalten die Herren zu St. Florin in Koblenz jährlich an 6 Malter Sendhafer.
Sendhafer ist eine Abgabe, die ursprünglich von den Sendgerichten herrührt, das sind geistliche Rügegerichte des Mittelalters für Vergehen gegen kirchliche Gesetze und Gebote. Pfarrherr der Kirche und Pfarrei Montabaur ist St. Florin. Das Stift St. Florin (um 940-1802) stammt aus der Zeit der Sachsenkaiser. Die 12 Kanoniker der Stiftsgeistlichkeit haben die Montabaurer Pfarrkirche und alle im Sprengel gelegenen Kirchen zu besetzen.[Anm. 9]
1664 geht die Isenburger Hälfte des Hubenguts nach dem Aussterben der Grafen von Isenburg-Grenzau an die Kellerei Montabaur, s.u.
1671 wird der Wiedische Anteil mit Fischerei, Jagd, Wasser, Weide und Hubengericht dem Deutschordenskomtur zu Koblenz verkauft.[Anm. 10] Das Deutschordenshaus verpachtet den alten Herrenhof in Untershausen jeweils für 9 oder 12 Jahre; [Anm. 11] Noch 1788 bezieht das Deutschordenshaus die Einkünfte der zweiten Hälfte der Hube; s. a. Text: Einzelaspekte/ Häuser Nr. 8, 11 und 12
1796 verpachtet die Churfürstliche Cammeral-Commision letztmals das gesamte Gut für 9 Bestandsjahre zu 8 Teilen öffentlich an Meistbietende und erzielt damit Einnahmen in Höhe von 58 Gulden 42 Albus im Jahr 1797.
1805 geht die „Bestandheit“ des ehemals Gräflich Isenburgischen- nun Herrschaftlichen Hofguts zu Untershausen im Bann Holler zu Ende. Das Hofgut besteht aus ca. 14 Morgen Ackerland, 3 Morgen Wiesen und 3 Morgen Hecken und Weideland und hat keine Gebäude.
1809 Nach Ablauf des Pachtvertrags mit Johann Gombert und Adam Lenz besteht die Herzoglich Nassauische-Amtskellerei Montabaur auf Anweisung der Herzoglich Nassauischen Hofkammer Weilburg in einem Schreiben an die Herrschaftlichen
Heimburger im Bann Holler auf einer öffentlichen Versteigerung der Grundstücke, die auch im Bann Wirges und der Stadt Montabaur bekannt gemacht wurde.[Anm. 12]
Durch den Reichsdeputationshauptschluss im Jahr 1803 und die Säkularisierung gingen die Grundstücke, die seit Jahrhunderten als kurtrierische kirchliche Lehnsgüter verpachtet und bearbeitet worden waren, in Privateigentum von Bauern als „Unterthanen“ im Herzogtum Nassau über.
Im Jahr 1808 wurde im Herzogtum Nassau die Leibeigenschaft aufgehoben durch eine Verordnung mit dem Text:
“Wir Friedrich August, von Gottes Gnaden souverainer Herzog zu Nassau, und Wir, Friedrich Wilhelm, von Gottes Gnaden souverainer Fürst zu Nassau, thun andurch allen Unsern Unterthanen, wes Standes sie seyen, kund:…´so heben Wir die Leibeigenschaft im ganzen Umfang Unsers Herzogthums andurch auf´.”[Anm. 13]
Die Abschaffung der Peitschen- und Stockschläge gegen Erwachsene wurde 1809 verfügt.[Anm. 14]
Der Verkauf der Grundstücke des ehemaligen Isenburgischen Hofguts in Untershausen erbrachte den Betrag von 1450 Gulden und wurde durch die Herzogl. Nass. Amts Kellerei Montabaur als Verkäuferin in einem Schreiben an den Bürgermeister Hubertus Jösch H2 und die Vorsteher Anton Merz H9, Nicolaus Gombert H23 und Johann Schlemmer H7 der Gemeinde Untershausen als Käufer am 10. Sept. 1809 bestätigt.
Untershausen im Amt und Bann Montabaur
Um 1200 gehörten zu dem Haupthof in Humbach/Montabaur „65 Mansen, wovon 38 Scharhuben hießen und von Hörigen, die anderen 27 aber von Leibeigenen bewohnt wurden. Mansen sind im Wald gerodete und dann eingegrenzte Stellen mit so viel Acker, Wiese und Weide, wie es zum jährlichen Unterhalt einer Bauernfamilie notwendig war.“[Anm. 15]
Um 1500 gab es im Amt und Bann Montabaur die Stadt Montabaur und 39 Dörfer in 18 Zechen, das sind kleine Verwaltungsbezirke, die einen gemeinsamen Heimburger (Beamter des Kurfürstentums Trier) haben als Vertrauensperson des Amtmanns, die Verordnungen bekannt macht, Abgaben einsammelt und abliefert, den Frondienst verteilt. Die Zeche hat gemeinsame Weiden, Waldungen und Rechte am Märkerwald des Bannes. „Auch in der Zeche blieb das Dorf eine selbständige Gemeinde für Aufgaben der Gemeinschaft im Dorf und in der Gemarkung.“[Anm. 16]
Die Stadt Montabaur hat 271 Feuerstätten im Jahr 1478, in den Dörfern gibt es vor 1548 insgesamt 437 Feuerstätten, davon hatte die Zeche Stahlhofen Untershausen 26 Feuerstätten, also bewohnte Häuser. Sie „liegen alle im Gebot und Verbot unsers gn. Herrn von Trier“, d. h. alle Untertanen unterliegen der Obrigkeit, Grundgerechtigkeit, der christlichen und weltlichen Rechtsprechung des Kurfürsten von Trier.
Alle Dörfer des Amts und Banns Montabaur und ihre Einwohner sind „unserem gnädigsten Churfürsten und Herrn zu Trier als dem Landesfürsten zur gleichen Fron und Diensten, auch Steuer, Abgaben, Heeresfolge und Begleitung auf Reisen und alle Ihrer Churf. Gn. Landrecht zu Monthabaur unterworfen“.[Anm. 17]
In der Stadt Montabaur gibt es neben dem Burggrafen bzw. Amtmann (1293) als Vertreter des Erzbischofs und Landesherrn, dem Amtskellner (1347) als ein von Erzbischof bestellter Finanzbeamter für die Wirtschaftsverwaltung, auch einen vom Erzbischof berufenen Stadtschultheiß (1350). Letzterer führt „den Vorsitz des Gerichts in Stadt und Bann Montabaur“.[Anm. 18] Zum Amtskollegium gehörte auch der ebenfalls vom Landesherrn bestellte Amtsverwalter. Diesem stand die Ausübung aller landesherrlichen Gerechtsame zu (rechtlich begründete Ansprüche, z. B. Ausübung eines Handwerks, Nutzungsrecht an einem Grundstück) außer dem Geistlichen und Kameralistischen (Herrschaftlichen). Der Amtsverwalter bezog wie seine Amtsgenossen keine Besoldung, sondern Sporteln (Gebühren für Amtshandlungen).[Anm. 19]
Die Bürger und Einwohner der Stadt Montabaur sind im Gegensatz zur Landbevölkerung frei der Leibeigenschaft, der Abgabe der Besthäupter, der Fron und Dienste, können auch Privilegien haben wie Zollgeld, Pfortengeld u.a.[Anm. 20]
Leibeigene („eigen leudt“); sind persönlich unfrei und abhängig von einem Leibherrn, die Leibeigenschaft ist an die Person gebunden, nicht an den Hof, und ist erblich.[Anm. 21] Leibeigene werden zur Bebauung des Landes verwandt.[Anm. 22] Sie können von ihren Leibherren eingesetzt werden „wann, wie und wo“ dieser das will.[Anm. 23] Der Leibeigene ist zu Geld- und Naturalleistungen wie Leibzins, Sterbefall- und Heiratsabgaben, Freikauf bei Wegzug verpflichtet sowie zu mäßigen Frondiensten [Anm. 24]. Leibeigene könnnen gekauft, vertauscht oder gepfändet werden. Nach ihrem Tod besitzt der Leibherr z. B. das Recht vom Nachlass auf das Besthaupt, z. B. auf das beste Pferd, die beste Kuh oder das beste Kleid.[Anm. 25]
Hörige dagegen sind leibeigene Untertanen [Anm. 26]; die dinglich unfrei und schollenpflichtig sind, d.h. sie können „nicht ohne das Gut veräußert werden, das Gut nicht ohne“ sie.[Anm. 27]
In Untershausen „leben außer trierischen Leuten (Leibeigene) auch Leute anderer Herren, die diesen mit Abgaben und Diensten verpflichtet sind. Dafür stehen sie auch unter dem Schutz ihres Herrn gegen Übergriffe der Beamten und Diener des Landesherrn. Es sind hier meist nassauische Leute.“
1490 gibt Leute, die halb den Landgrafen von Hessen und halb den Grafen von Nassau-Dillenburg gehören; darunter war auch Henc zu Gonolßhussen (Untershausen), der für den hessischen Teil der Bede 1 Tournos (Silbergroschen) zu entrichten hat.[Anm. 28]
Im Jahr 1492 vertauschen „Heinrich Riedesel (Rithesell), Amtmann und Cobo Ryckell, Keller des Herrn von Eppstein (Eppen) zu Diez dessen Hörigen Rullen Sohn Clais von Gangelßhuesen (Untershausen) an den Landgrafen von Hessen und Johann Graf von Nassau und Diez gegen deren Hörigen Nolden Wygandts, auch von Gangelßhuesen (Untershausen).“[Anm. 29]
1541 Hene von Stahlhofen ist Heimberger zu Untershausen.[Anm. 30]
1548 Die Zeche Stahlhofen und Untershausen hat 28 Feuerstätten und einen Heimburger.
1563 gibt es In Untershausen 10 Trierische Eigenleute (Leibeigene) und 1 Nassauischen Eigenmann sowie 2 Altarleute von „Bedendorf“ (Bendorf bei Engers), deren Abgaben, auf den Altar gelegt, der Anschaffung von Wachs für die Lichter der Kirche dienen. In Stahlhofen mit seinen 23 Feuerstätten gibt es 10 Trierische und 15 Nassauische Eigenleute. Stahlhofen und Untershausen haben einen Heimburger.[Anm. 31]
1568 Die Verzeichnisse über die Isenburgischen Gefälle zu „Gundelshausen“ (Untershausen), Meudt und Siershahn vom 22. Okt. 1568 enthalten die fälligen Abgaben des Hofs („Gütchen“):
Das Isenburgische „Halbtheill“ der Hube Gundelshausen beträgt pro Jahr an Hafer
Huben-Hafer 40½ Malter 2 Echtel 1 Sester 1½ Viertel
Pacht-Hafer 3 Malter 4 Echtel 2 Sester
Der Zehnte zu Gundelshausen 6 Malter Hafer 3 Echtel
An Korn
Huben-Korn 1 Malter 3 Echtel,1 Sester 1 Viertel
Der Zehnte zu Gundelshausen 8 Malter
Der Zehnte auf der Marau 3 Malter Korn
An Geld
Huben-Geld: 7½ Gulden 1 Albus 6 Pfennig
Pacht-Geld auf den Hof zu Gundelshausen 3 Gulden 12 Albus
Wiesen-Zins von der Großen Marau: 6 Gulden
Wiesen-Zins von der Kleinen Marau: 1 Gulden 12 Albus
Wiesen-Zins von den Wiesen zu Daubach: 1 Gulden
An Wachs
Huben-Wachs: 1¼ Pfund ¼ Gulden
An Gänsen
Huben-Gänse 4 Gänse 3 Gulden
An Kappen (Masthähne)
Huben-Kappen 3½ Kappen 1 Gulden
An Hühnern
Huben-Hühner 15½ Hühner 1 Gulden.[Anm. 32]
Diese Abgaben werden an Pauli Bekehrung fällig; das Fest wird am 25. Januar begangen.
1 Malter = 6 Echtel (Achtel) = 24 Sester = 96 Viertel [Anm. 33]
1 Gulden = 24 Albus = 240 Pfennige [Anm. 34]
1595 verkaufen „Bestges Henn Johann von Undterßhaußen und Mergh seine Hausfrau“ für 8 Gulden 12 Albus dem Trierer Erzbischof Johann VII. einen „Wießenplacken beim Heilligen Heußgin zu Obernelbert“. Das Untershäuser „Helljehäisje“ steht in der Sturch am Rande der Gemarkung Untershausen an dem alten Kirchweg von Oberelbert nach Holler, in der Nähe der Gemarkungsgrenze Niederelbert. Anfang der 1950er Jahre wurde der alte verfallende „Helljer Stock“ (Heiligenhäuschen) aus Dankbarkeit für den überstandenen Zweiten Weltkrieg wieder instandgesetzt und mit einer sehenswerten Mosaik-Madonna geschmückt.[Anm. 35] s. Kulturdenkmäler/Heiligenhäuschen
1599 gibt es in „Gungelshausen“ (Untershausen) 8 Trierische Eigenleute, die im Bann Montabaur ihre Bede in Albus zu entrichten hatten: Feine Eidum Johann 1½, Feine Arndts Henn 2, Seimes Hentgenn 1, Thonges Christiann ½, Peters Dieterich 1, Nieß Johanß Christ 1, Christen Jacob 1 und Best Niedten Johann 1. Die Gesamtsumme der Mai- und Herbst-Bede in den 35 Ortschaften des Banns belief sich auf 54 fl. 4 alb. „Darvon abgezogen den Schreiber so die beedt schreib und uffhebt Zwehen fl. und den Heimbergern wan sie die bede setzen zwolff alb. Also salches abgeben bleib Zuerrechen 51 fl. 16 alb.“[Anm. 36]
1600 sind in einem Verzeichnis der Eigenleute im Amt Nassau und in der Grafschaft Diez in „Gondelßhaußen“ (Untershausen) zwei Familien „aigener Leuth“ aufgeführt, die „meinem gnädigsten Herrn von Nassau und Königstein gehören“. Es sind dies Heinrich, der Sohn von Dümen mit seiner Frau Gretgen mit dem Sohn Johann und den Töchtern Else und Eilgin sowie Schneider Heintz mit seiner Frau Gretgen und der Tochter Eva.[Anm. 37]
1612 gibt es in Underßhaußen 10 Trierische Leibeigene: Nietz Johann 1½ alb., Feien Arndts Hen 2, Sein Sohn Thonges 1, Simons Henntgen 2½, Thongeß Christ 1½, Nietz Christ 2, Best Niedten Sohn 1, Thongeß Mergh. ½, Nietz Johans Jorgh 1 und Thongeß Arndt ½. Die Gesamtsumme der Mai- und Herbstbede im Bann Montabaur betrug 49 fl. 21 alb. Davon erhalten der Schreiber und die Heimberger 2 fl. 12 alb., das Amt Montabaur 47 fl. 9 alb.[Anm. 38]
1618-1648 Im Dreißigjährigen Krieg hatten die Kriegshandlungen und die durch sie verursachten Hungersnöte und Seuchen ganze Landstriche verwüstet und entvölkert.
1684 Untershausen hat 8 Feuerstätten, Stahlhofen 15 Feuerstätten.[Anm. 39] „Nach 1684 wurden die bis dahin selbständigen Zechen und Gemeinden Daubach und Ettersdorf der Zeche Stahlhofen-Untershausen zugeteilt, die danach von Heimburgern in Untershausen verwaltet wurde.“[Anm. 40]
Die kurtrierischen Leibeigenen zahlen nach dem Saalbuch 1592 im Bann Holler 6 Albus bei der Heirat an den Amtskellner in Montabaur, um 1710 bei ihrer Heirat im Bann Holler 12 Albus an den Kellner[Anm. 41]; im Sprachgebrauch hatte man den Bann Montabaur aufgeteilt (ca. 1600 – 1794) in den Bann Wirges im Norden und den Bann Holler im Süden, zu dem auch die Zeche Untershausen mit Daubach, Ettersdorf, Stahlhofen und Untershausen gehörte.[Anm. 42]
1700: Ein jeder, der in den 4 Kirchspielen heiratet, zahlt dem Amtskellner 1 Gulden; in den Bännen 18 Albus.
1710: Die kurtrierischen Leibeigenen zahlen bei ihrer Heirat in den 4 Kirchspielen 1 Gulden, im Bann Holler und Wirges 12 Albus. Den kleinen Zehnten (Kappes, Möhren, Hanf etc.) im Dorf Untershausen teilt sich der Kellner mit dem Pfarrer in Montabaur und den Deutschherren zu gleichen Teilen. Der Oberförster darf seine Schweine zur Eckernmast in den Kammerwald Meisenrod und Stelzenbach treiben lassen. Die Bänne Holler und Wirges sind verpflichtet, dem Kellner Holz aus dem Vallendarer Wald zu holen und erhalten für jede Fuhre ein Brot.[Anm. 43]
Ein Kirchspiel ist eine Pfarrei.[Anm. 44] Im Amt Montabaur gibt es – neben der Pfarrei Montabaur und dem
Kirchspiel Kirchähr – seit 1564 die vier Kirchspiele Hundsangen, Meudt, Nentershausen und Salz mit
je einem Schultheißen.[Anm. 45]
Die Kellnerei muss alle landesherrlichen Forderungen, Steuern, Dominalrenten und Gerichtsbußen erheben und die Einnahmen in natura zur Verwendung gut verwahren; andererseits ist sie zuständig für die Zahlung der Ausgaben für Beamte, Gebäude, Bestellung der Äcker, Ernte, Fuhren u.a.m.[Anm. 46]
1721-1775 Der „Deutsch Ordens Commende zu Coblenz“ gehört der ehemalige Wiedische Anteil des Hofguts in Untershausen, s.o. In einem Pachtvertrag aus dem Jahr 1733 mit „denen Ehrsamen Hanß Thänneß und Adam Ferdinand beyden gebrüderen und ihren Erben“ findet sich folgender Text:
Korn und zwey Malder Haber, nuhnmehr die Zeit der
abgesetzten Ziel Jahren jährligß drey Malder Korn
und drey Malder haaber entrichten, fortbey Erhebung
der Hurben Haber die von der Commenden dahin
abgeschickte Bedienten mit Kost und Trank nach dem
Herkommen jedeß Mahlen ohnentgeltlich versehen.
Nach Ausgang obgesetzter Pfachtjahren die Pfächter
ein vermelteß Guth und Zehnden der Commenden
in ansentlichem Stand und Beserung wiederumb
Einräumung auch der unverhofften wiedrigenfalß
einige Mißzahlung oder Untreu in ein oder anderem
entstehen würde, diese Pfachtung mit allem nichtig
und caßirt, sondern auch deß hohen Ordenß
Commenda ahn allem etwa leydenden Ver-
lust und Schaden mit Intereße sich ahn ihren
gereit und ohngereit Eigenthumblichen Mitteln,
so zur Versicherung und Hypoteg hiemit dar-
gesetzet werden, völlig zu Erfohlen recht und
Macht haben solle. Desen zur Urkund dieser
Pfacht Brief in duplo ausgefertiget, under-
schrieben und mit meinem ahngebohrnen Hoch-
Ordelichen pittschaft Subsignirt worden.
Coblenz, 30. Aprill 1733
JMDroste
T. O. R. u. Landk.
L. S. [Anm. 47]
Erläuterungen:
Haaber = Haber = Hafer. Nach Ablauf des Pachtzeitraums ist das Hofgut, falls der Vertrag nicht verlängert wird, in ordnungsgemäßem Zustand zu übergeben. Andernfalls, desgleichen bei ausbleibenden Zahlungen oder falschen Abgabemengen, wird der Vertrag sofort ungültig und aufgelöst (caßirt), zudem hat der Pächter vollständigen Schadenersatz zu leisten. Die Kommende kann ohne Mitteilung an den Pächter ihre Hypotheken in geeigneter Form sichern. Pittschaft = Petschaft = Stempel zum Siegeln. T. O. R. u. Landk. = Teutsch Ordens Ritter und Landkomtur. L. S. = Loco sigilli = Ort des Siegels.
Am Pfingstmittwoch 1730 liefern die Orte im Bann Holler und Wirges und in den 4 Kirchspielen Hundsangen, Meudt, Nentershausen und Salz dem Keller 5424 Pfund Butter. Der Kellner sandte die eingelieferte Butter an den Oberküchenschreiber, der sie einsalzen ließ. Pro Kuh 6 Pfd. Butter, 1 Pfd. Butter = 4 Alb.; 4.716 Pfund im Jahr 1770; pro Kuh 6 Pfund Butter, 1 Pfd. = 4 Alb. [Anm. 48]
1775 zählen zu den ständigen Gefällen an die Kellerei Montabaur auch das Fleischgeld oder Kuhgeld. 37 Ortschaften haben dieses zu zahlen, darunter Stahlhofen und Untershausen; Holler zahlte für 27 Kühe, und zwar die armer Leute (Bauern), 81 Gulden an Michaeli oder kurz davor, für jede Kuh 3 Gulden. Die Heimburger erhoben noch weitere 12 Gulden, davon 8 für den Kellner, 1 für das Hausgesinde und 3 für sich.
Die Amtskellerei Montabaur vereinbart 1752 die Pacht für den Domänenhof Untershausen, die vormals Isenburgische Hälfte des Hofguts, mit dem Hofmann Hans Thönnes Ferdinand in Höhe von 73 Reichstaler 30½ alb. für Korn, Hafer, Wiesenzins und Hofgeld/Hurbengeld [Anm. 49]
1773 Stahlhofen und Untershausen teilen den bis dahin gemeinsamen Wald nach „Köpfen“, also nach der Zahl der lebenden Einwohner. Demzufolge erhielt Untershausen ein Drittel und Stahlhofen zwei Drittel, was von Untershausen erfolglos als nicht ausreichend moniert wurde.[Anm. 50]
In der Conskriptionstabelle von Damian Linz [Anm. 51] sind 1787 u. a. folgende statistische Daten aufgeführt: Das Amt Montabaur umfasst 85 Ortschaften, wobei die Stadt Montabaur und Horressen gemeinsam aufgeführt sind.
„Die Zahl der Einwohner“ beträgt in Stahlhofen/Untershausen: Väter 22/16; Mütter 26/16; Söhne 54/37; Töchter 32/18; Knechte 0/1; Mägde 3/4; Seelen 137/92.
„Fronbares Vieh“ Pferde 1 zu 0; Ochsen 37 zu 34.
Stahlhofen und Untershausen haben 23 bzw. 18 Häuser.
Gemeine Güter Wald Stahlhofen/Untershausen 65/30 Morgen.
Private Güter Acker Stahlhofen/Untershausen 339/216 Morgen.
Private Güter Wiesen Stahlhofen/Untershausen 72/60 Morgen.
Die Stadt Montabaur und Horressen haben zusammen 319 Bürger, 1.944 Seelen, darunter 93 Bettelarme; 361 Häuser, 1 Gemeine Backofen und 31 Private Backöfen.
Es gibt 13 Zünfte in Montabaur: Schuhmacher 50, Lohgerber 16, Bäcker 40, Wollweber 0, Schneider 8, Schlosser, Schmiede, Nagelschmiede 13, Schreiner und Glaser 10, Zimmerleute, Dachdecker, Maurer und Wagner 18, Metzger 11, Leineweber 26, Strumpfweber 19, Hutmacher 4 und Krämer 29. [Anm. 52]
In der Montabaurer Amtsbeschreibung von Damian Linz [Anm. 53] findet sich u. a. folgender Text über Untershausen:
„Gränzet gegen Sonnenaufgang an Reckenthal und Bladernheim, gegen Mittag an Stahlhofen und Daubach, gegen Abend an Oberelbert und Niederelbert und gegen Mitternacht an Holler“.
Die Gemarkung enthält Äcker, Wiesen und Wald, und zwar „Churfürstliches Guth“ (ehem. Isenburger Anteil), „Ritterschaftliches Guth“ (Deutscher Ritterorden, ehem. Wiedischer Anteil), kein „Geistliches Guth“, „Gemeinds Guth“ und „Steuerbar Bauern Guth“ (steuerpflichtiges Bauernland).
Von den insgesamt 340 Morgen sind 277 Bauernland und 30 Morgen Gemeindewald, s. Text Gemarkung und Fluren.
Der Boden ist zu einem Drittel bergig, im übrigen schier gleich, der Boden ist schier durchgehend steinig und trocken. Das Feld trägt Korn, Hafer, Grundbiern, Hanf, Lein und Erbsen. Die Wiesen sind durchgehend schlecht und lassen sich wegen Wassermangels nicht verbessern, s. Text: Landwirtschaft.
Untershausen hat 15 wirkliche Bürger, 1 Beisaß selbst haushaltend, 2 bei Eltern verheiratet, 2 Alte vom Aushalt lebend, 2 ledig ererbte. Der Ort hat 18 Häuser nebst gemeinen Hirtenhaus. Beisaß ist der Hirt, der Schirmgulden-frei ist und keine Abgaben zu entrichten hat, auch nicht von seinen Tieren. Es gibt einen Schneider und einen Wagner.
Das Dorf gehört zum Bann Holler unter der Zeche Untershausen und Gericht zu Montabaur. Die Einwohner gehören „zur Pfarr Montabaur lebend und nach Holler todt. Wissen von anderer Leibeigenschaft nichts, als der allgemeinen zum Landesherrn.“
Zehntherr sind Kurfürst, Deutschherr und Pastor in Montabaur, jeder zum dritten Teil zum großen und kleinen Zehnten. Der Vorstand besteht aus einem Heimburger, der zugleich Bürgermeister ist, 3 Feld-/Heckenschützen. Die Schützen bekommen alle Rügen (Strafen für Feld-, Weide-, Wasser- und Waldfrevel) halb, die andere Hälfte wird von der Gemeinde vereinnahmt. Es gibt zwei Steinsetzer.
Es gibt ein Gemeindebackhaus mit 3 Öfen, von denen aber nur einer gebraucht wird, die übrigen, wenn das Obst getrocknet wird.
Die Zeche Untershausen umfasst die Gemeinden Daubach, Ettersdorf, Stahlhofen und Untershausen und gehört zum Kurfürstentum Erzstift Trier, Diözese Trier, Dekanat Engers, Pfarrei Holler [Anm. 54]
Unter dem Thema: „Inventare, Teilungen und Testamente in Untershausen“ findet sich im Jahr 1799 das „Inventarium über das hinterlassene Vermögen der verstorbenen Ehefrau des Adam Lenz Katharina dahier.“
„Da des Adam Lenzen erste Ehefrau Katharina den 18ten Dezember 1797 mit Hinterlassung dreyer Kinder Katharina, Margaretha und Johannes Peter verstorben, und er Adam Lenz mit Katharina Kilian von Niederelbert die zweite Ehe einzugehen willens ist, so hat er durch unterschriebenen Notar in Beyseyn der Taxatoren Hans Jakob Hehl und Hans Peter Lenz sodann der Verstorbenen Bruder Heimburger Mies folgendes landesordnungsmäßige Inventarium errichten lassen:
Illatum defunctae (eingebrachtes Heiratsgut Verstorbener, das im Eigentum des Einbringenden bleibt)
Erstl. an Bargeldern hat dieselbe von ihren übrigen
Geschwistern empfangen 78 rth. 0 alb. 0 ϑ
an barem Gelde 12 rth. 0 alb. 0 ϑ
Sa. 90 rth. 0 alb. 0 ϑ
Illatum inventariantis (eingebrachtes Heiratsgut einer Hinterlassenschaft, das im Eigentum des Einbringenden bleibt)
Erstl. eine Kuh, welche derselbe um 14 rth. übernommen, wovon 7 rth. ererbt und 7 rth. aus der Ehe zahlt worden, allso hiehin 7 rth.
eine Schneiderscheer 18 alb.
an barem Gelde 15 rth.
Vorräthiges Vieh
Erstl. die beste Kuh 16 rth.
die zweite Kuh 14 rth.
ein 2jähriges Rind 11 rth.
ein jähriges Rind 7 rth.
das beste Schwein 13 rth.
das zweite Schwein 5 rth. 34 alb.
das dritte Schwein 10 rth.
Sa. 76 rth. 34 alb. oder 114 fl. 57kr. [Anm. 55]
Der Niedergang des Kurfürstentums Trier – Untershausen im Herzogtum Nassau, der preußischen Provinz Hessen-Nassau und in Rheinland-Pfalz
Die kurtrierische Bevölkerung lebte nach dem Ende des Siebenjährigen Kriegs (1756-1763) und nach den Hungerjahren von 1770-1773 in der Hoffnung auf friedliche und bessere Zeiten.[Anm. 56] Allerdings führte der Ausbruch der Französischen Revolution im Jahr 1789 zu grundlegenden politischen, gesellschaftlichen und territorialen Veränderungen in ganz Mitteleuropa.
Kurfürst Clemens Wenzeslaus war ein Onkel des feudal regierenden französischen Königs Ludwig XVI. und zählte zu seinem Erzbistum Trier und seiner Kirchenprovinz auch die Bistümer Metz, Toul, Nancy, St. Die und Verdun in Lothringen. „Als die französische Nationalversammlung 1790 allen landfremden Bischöfen die Ausübung geistlicher Funktionen in Frankreich verbot, verlor auch Kurfürst Clemens Wenzeslaus als Erzbischof von Trier seine kirchliche Oberhoheit über seine französischen Bistümer. Nach den Kriegen der Jahre 1792-1799 Frankreich gegen Preußen, Österreich und andere Staaten des „Heiligen Römischen Reiches Deutscher Nation“ gingen alle linksrheinischen Gebiete an Frankreich.
Im Friedensschluss 1801 zwischen Österreich und Frankreich wurden die geistlichen Staaten des „Heiligen Römischen Reiches Deutscher Nation“ weltlichen Fürsten als Entschädigung für verlorene linksrheinische Gebiete zugesprochen.“
Im Jahr 1802 nimmt der „gnädigste Herr“ und Landesfürst Friedrich Wilhelm von Nassau den rechtsrheinischen „Rest von Kurtrier als Entschädigungsland“ in seinen Besitz, also die säkularisierten rechtsrheinischen Ämter mit den Städten Montabaur und Limburg mit insgesamt 37.000 Landesuntertanen.
Im Jahr 1802 hatte das ehemalige Erzstift Trier 280.000 Einwohner. Mit dem Reichsdeputationshauptschluss von 1803 endete das Erzstift und Kurfürstentum Trier mit seiner über tausendjährigen Geschichte. Die geistlichen Länder waren über 800 Jahre wesentlicher Bestandteil und Grundlage des „Heiligen Römischen Reiches Deutscher Nation“ gewesen. Die katholische Kirche verlor durch die Säkularisierung ihren reichen Grundbesitz, konnte sich nicht mehr aus eigenem Vermögen unterhalten und war ab jetzt vom Staat abhängig.
Der Westerwald zwischen Sieg und Lahn ist durch die kriegerischen Auseinandersetzungen nach der Französischen Revolution „eine schreckliche Wüste geworden, in der man nicht einmal einen Strohhalm findet. Die Lage der Bevölkerung im Westerwald und an der Lahn ist erbärmlich.“[Anm. 57]
Im Jahr 1800 werden viele Bittbriefe von den Gemeinden des Amtes an die Obrigkeit geschrieben, um sie von den übermächtigen Belastungen zu befreien und ihnen die Abgaben zu erlassen oder zu stunden.[Anm. 58]
Die „Gemeinden Untershausen, Stahlhofen und übrige“ schreiben direkt an den Erzbischof:
Hochwürdigster Erzbischof,
Durchlauchtigster Churfürst,
gnädigster Herr!
Die Kellnerei sowohl als der Deutschherrn Kellner stehen im Begriff, die sogenannte Kurfürstliche und Deutschherrn Huben-Hafer zu erheben.
Es ist allzu bekannt, welche Verheerungen der noch immer andauernde Krieg in hiesiger Gegend angerichtet, und noch wirklich anrichtet. Die Lieferungen nähmen noch nicht allein kein Ende, sondern werden täglich stärker, dieselbe müssten nicht allein an die oft einquartiert werdende Fuhrwerken, sondern auch noch in das allgemeine Magazin nach Montabaur gehoben, wenn die Erhebung der vorbenannten Hubenhafer noch dazu vor sich ginge, so würde den hierzu pflichtigen Gemeinden nicht der Samen übrigbleiben.
Unterthänigst bitten Eure Kurfürstliche Durchlaucht fußfällig der Kellnerei anzubefehlen, die Erhebung bis künftiges Jahr auszustellen, sie erbieten sich alsdann das Doppelte zu verabreichen.
In tief schuldigster Unterwerfung verbleiben
Euren Churfürstlichen Durchlaucht
Unterthänigst treu gehorsam
Gemeinden Unterhausen, Stahlhofen und übrige.[Anm. 59]
Von Großholbach aus schreiben 5 Heimburger eine Bittschrift über den Amtskellner an den „gnädigsten Landesherrn“:
Hochedelgeborener Herr Hofrat und Amtskellner!
Die Amtskellnerei Monthabaur hat gemäß ihrer Gerechtigkeit dem Kirchspiel
Nentershausen die jährlichen Gefälle als Haafer und Geld jetzt wieder abgefordert; auch das selbige erbietig abzureichen. Da aber durch die Franzosen das solang dauernde Parkfahren, und Schanzen-Arbeit, wie auch Holzfahren auf Ehrenbreitstein immer fortdauert; so dann noch dabei die solange, und noch dauernde Einquartierung der holländischen Kavallerie die Untertanen so hart gedrückt, und nicht mehr bei Kräften sind, anjetzo dieselben abzutragen.
Also wird Euer Hochwohlgeborener untertänigst gebeten, um eine Bittschrift an gnädigsten Landesherren zu verfertigen, um die Kellnerey Gebühren für dieses Jahr gnädigst nachzulassen.
Großholbach in Convention, den 11ten. September 1800
Andreas Weidenfeller Heimburger
Johann Jacob Bendel Heimburger
Wilhelm Mies Heimburger
J. Jacob Bendel Heimburger
J. Bach Heimburger
Bereits am 27. Nov. 1800 hatte der Amtskellner Hofrat P. E. Ostermann „Seine Majestät“ über ausbleibende Abgaben informiert: „Verweigert wordene Lieferung der Untershäuser Zins-Hafer“. In dem Brief wird ausgeführt, dass trotz Mahnung keine einzige Gemeinde ihren Verpflichtungen nachgekommen ist und dass ganze Kirchspiele und Bänne erklärt haben, nicht liefern zu können und dass ohne „Anwendung außerordentlicher Zwangsmittel“ keine Abgaben zu erwarten seien. Um Unruhen („Gährung“) im ganzen Amt zu vermeiden, sei man gezielt nur gegen die Gemeinden Unterhausen, Daubach und Stahlhofen vorgegangen. Aber vergeblich. Auch der Einsatz der Landmiliz unter Hauptmann Hoffmann sei erfolglos geblieben. Die eventuelle Durchführung („Execution“) mit Hilfe des französischen Militärs möge der Kurfürst entscheiden, sei aber im letzten Jahr abgelehnt worden.
Ähnlich armselige Zustände sind in einem Bitt-Brief beschrieben von Adam Schlemmer, Heimburger von Holler, „das mit holländischen Reitern so hart belegt ist“, dass die armen Untertanen das täglich erforderliche Geld und Hafer nicht aufbringen können. Unterschrieben auch von Heimburger Mies von Untershausen, Heimburger Daubach von Gackenbach, Heimburger Dommermuth von Oberelbert und Heimburger Hübinger von Niederelbert.[Anm. 60]
In den Jahren von 1803 bis 1866 gehörten Untershausen und das Amt und die Stadt Montabaur zum Herzogtum Nassau mit dem Regierungssitz Wiesbaden, s.o. [Anm. 61] Nach der militärischen Besetzung und Annektion durch Preußen wurde diese Region Teil der preußischen Provinz Hessen-Nassau und gehörte dann zum Unterwesterwaldkreis im Regierungsbezirk Wiesbaden, wobei der Kreis von einem Landrat geführt wurde. Dem Amtmann verblieb lediglich ein eingeschränkter Geschäftsbereich wie z. B. die Handhabung der Ortspolizei.[Anm. 62]
Eine Bestandsaufnahme in Untershausen und in der Stadt Montabaur mit Horressen aus dem Jahr 1803 liefert folgende Daten: [Anm. 63]
Anzahl der Familien | Untershausen | Stadt Montabaur mit Horressen |
Freie Familien | 0 | 493 |
Gefreite | 4 | 0 |
Fronbare Fuhrleute Männer | 12 | 0 |
Fronbare Fuhrleute Wittweiber | 1 | 0 |
Handfröner Männer | 3 | 0 |
Handfröner Wittweiber | 0 | 0 |
Summe aller Familien | 20 | 493 |
Juden | 0 | 8 |
Summe aller Seelen | 101 | 2.296 |
Junge Leute vom Kreismaß | 4 | 0 |
Gemeine Güter in Morgen | ||
Felder | 216 | 1.323 |
Wiesen und Gärten | 60 | 845 |
Waldungen | 11 | 8.000 |
Hecken und Heiden | 25 | 60 |
Zug-Vieh/Freies Vieh | ||
Pferde | 0 | 50 |
Ochsen | 6 | 100 |
Fron-Vieh | ||
Pferde | 0 | 0 |
Ochsen | 6 | 0 |
Fohlen | 0 | 0 |
Kühe | 30 | 336 |
Rinder | 51 | 196 |
Schafe | 0 | 814 |
Schweine | 31 | 117 |
Geißen | 0 | 76 |
Zu den „Freien Familien“ zählen „weltliche und geistliche Bediente, von Adel, Honoratioren so kein Gewerbe treiben, Bürger und Beisassen, Geistlich Schutzverwandte gemeinen Standes“.
Zu den „Gefreiten“ zählen „Beständer“ (Pächter), die ein Anwesen bewirtschaften; von gewissen Lasten frei.
„Handfröner“ sind, die mit Handarbeit, meist einer Hacke, ihren Dienst leisten; ohne eigenes Geschirr und Gespann.
Junge Leute vom „Kreismaß“ sind tauglich für den Militärdienst.[Anm. 64]
Heimberger in Untershausen – auch für Stahlhofen – als Beamte des Kurfürstentums Trier Amt Montabaur [Anm. 65] S. 499/:
Heimberger zu Untershausen:
1541 Hene von Stahlhofen
1589 – 1597 Knaupen Johann
1605 Hennen Teiß
†1653 Christ Kneuper zu Stahlhofen
1666-1672 Thönges Theiß
1690 Christian Ferdinand
1694 – †1714 Peter Mies
1716 – †1732 Johannes Mies
1733 – 1743 Johann Adam Mies
1744 – 1762 Johannes Keller
1763 – †1775 Johann Jakob Mies
1775 – 1780 Johann Peter Ferdinand
1781 – 1803 Johann Peter Mies.
Die neuere Zeit in Untershausen (Herzogtum Nassau, Preußische Provinz Nassau, Deutsches Kaiserreich mit Erster Weltkrieg, Weimarer Republik, NS-Zeit mit Zweiter Weltkrieg und Bundesrepublik Deutschland)
1808 Johann Mies, Heimburger [Anm. 66]
1809 Andreas Jösch, Bürgermeister; Vorsteher Anton Merz, Nicolaus Gombert und Johann Schlemmer;
Nicolaus Gombert, Kriegsbürgermeister; [Anm. 67] (evtl. zur Bewältigung der Kriegslasten – Einquartierung, Abgaben – eingesetzt.[Anm. 68])
Im Jahr 1816 sind in einem Verzeichnis „Der Subjekten zur Besetzung der Schultheißen-Stelle in dem Ort Untershausen“ drei Personen aufgeführt:
1. Nicolaus Gombert, 34 Jahre, katholisch, Ackermann, Vermögensumstände sehr gut. War bisher Kriegsbürgermeister, früher schon zum ständigen Bürgermeister vorgeschlagen – hat sich in den erforderlichen Eigenschaften eines ersten Ortsvorgesetzten nach Nothdurft erprobt, besitzt das allgemeine Zutrauen der Gemeindeleute.
2. Adam Lenz, 42 Jahre, katholisch, hat einen beschränkten Ackerbau – ist Schneidermeister und Waldhirte. Vermögensumstände gering. Redlicher und diensteifriger Mann; kann lesen, schreiben und rechnen – hat einige Übung in Gemeindegeschäften.
3. Johann Nebgen, 32 Jahre, katholisch, geringen Gutsbesitz. Vermögensumstände mittelmäßig. Redlicher Mann – kann schreiben, aber nicht rechnen – hat keine Kenntnis in Behandlung von Gemeindegeschäften.
1816 Nicolaus Gombert (1781-1864) wird per Dekret zum Herzoglich Nassauischen Schultheiß ernannt.
1821 „Der Gastwirt et Schultheiß Gombert zu Untershausen an Besoldungszulage. Der Ort Untershausen zählt 22 Familien. Schultheiß Gombert hat 1816 anfangs 10 fl. [Gulden], 1819 aber 15 fl. Bezahlung bezogen. Ich glaube daher gehorsamst darauf anfragen zu dürfen, daß seine Besoldung auf 30 fl. jährlich erhöht werden möge“.[Anm. 69]
1817 Aus der „Verlassenschaft des ledig verstorbenen Anton Hehl zu Untershausen werden von dem Mobiliar an fremde Leute versteigert:
Anton Gumbert v. Holler 1 Rind für 4 Gulden (fl.) 50 Kreuzer kr.
Johann Merzig v. Daubach 1 Pfanne 22 kr.
Peter Herschpro 1 Felddengel 15 kr.
Johann Mies 1 Hechel 1 fl.
Peter Mies 1 Waage 2 fl.
Adam Mies 1 Gießkanne 2 fl. 5 kr.
Johann Bechers Wittwe 1 Leiter 53 kr.
Adam Mies 1 dito 6 kr.
Johann Schnee v. Holler 1 Spannsäge 42 kr.
Heinrich Becher die Weberspulen 45 kr.
Adam Mies 1 Vogelkorb 11 kr.
Peter Diel v. Holler 1 Hacke 24 kr.
Johann Mies v. Stahlhofen 1 Bohrer 27 kr.
Heinrich Becher 1 dito 13 kr.
Joh. Ferdinand v. Daubach 1 Wiesenbeil u. Karst 33 kr.
derselbe 1 Schippe mit Haken 31 kr.
Johann Schlemmer 1 dito 22 kr.
J. Theis Diel Wittwe 1 Flegel (Dreschflegel) 40 kr.
Heinr. Stells Wittwe v. Stahlhofen 1 dito 15 kr.
Anton Schnee v. Holler 1 Hafergestell 38 kr.
Johann Theis Diels Wittwe 2 Rechen 29 kr;
Schultheiß Gombert 1 Sichel 26 kr.
Peter Dennebaums Wittwe 1 Haue 9 kr.
Johann Oster v. Daubach 1 Lanze 20 kr.
Susanna Hübinger v. Holler 4 Handruten 13 kr.
Schultheiß Gombert 1 Wurfschaufel 8 kr.
Peter Dennbaums Wittwe 2 Joche 15 kr.
Johann Th. Diels Wittwe 1 Schleifstein 41 kr.
Michel Schloßer v. Daubach 1 Steckeisen 24 kr.
Johann Nebgen 2 Stöcke 10 kr. [Anm. 70]
1821 Schultheiß Nicolaus Gombert H24
Ein pflichtmäßiges Verzeichnis sämtlicher Bürger listet 25 Personen der Gemeinde Untershausen auf. Bei der Akte geht es um die Teilung der Walddistrikte Apfelstein, Mengwiese, Melmert und Birkenstück zwischen den Gemeinden Daubach, Untershausen, Stahlhofen und Privatpersonen dieser Orte. Danach hat Stahlhofen 37 Bürger, Daubach 32 und Untershausen 25:
Schultheiß N. Gombert, Joh. P. Ferdinand, Peter Lenz, Adam Lenz Wittwe, Heinrich Born, Joh. Mies, Adam Mies, Joh. A. Meuer, Hubert Jösch, Peter Dennebaums Wittwe, Joh. Theiß Dielle Wittwe, Joh. Schnee, Joh. Schlemmer, Peter Bächer, Joh. Nöbgen, Joh. Bechers Wittwe, Anton Merz, Joh. P. Mies, Anton Ferdinand, Peter Ferdinand, Joh. Ferdinand, Heinrich Bächer, Peter Herschpro, Adam Ferdinand Wittwe und Joh. Adam Ferdinand Wittwe.[Anm. 71]
Die Schreibweise der Familiennamen ist in diesen Jahren oft noch nicht eindeutig, z. B. Becher/Bächer, Dielle/Diehl, Gombert/Gumbert, Herschpro/Hirschsprung, Jösch/Jüsch, Lenz/Lentz, Merz/März, Mies/Mis, Nebgen/Nöbgen und Schlemmer/Schlimmer.
Bis zum Jahr 1843 gingen die Untershäuser Kinder in Holler zur Schule, wo es seit 1789 eine Pfarrschule gab.[Anm. 72] Bereits 1548 wird in Holler eine „capell der heiligen Margaretha unter dem dorff“ als Filiale der „pfarkirchen zu Monthabur“ erwähnt. Dort fanden an Sonn- und Feiertagen Gottesdienste mit Predigt oder Christenlehre statt. Vikare von Montabaur versahen den Dienst, entweder der Inhaber der Mutter Gottes Vikarie allein oder meist der Mutter Gottes Vikar und der Martini Vikar wochenweise abwechselnd. Trauungen und Beerdigungen fanden für die Orte Holler, Untershausen, Stahlhofen, Daubach, Niederelbert, Oberelbert und Welschneudorf in Holler statt. Zur Taufe wurden die Kinder nach Montabaur gebracht. Von 1699 an wurden in Holler eigene Kirchenbücher geführt. 1759 wird die alte, baufällige Kapelle durch die jetzige Kirche ersetzt.[Anm. 73]
Um 1821 hatte die Gemeinde Holler das dortige Kirchspielschulhaus für 665 fl. gekauft, um ein Ökonomiegebäude für 390 fl. erweitert und weiterhin gemeinschaftlich mit Untershausen genutzt. 1843 hat die Schule mit ihren 4 Klassen insgesamt 116 Schüler, Holler 94 und Untershausen 22, und zwar 11 Knaben und 11 Mädchen. In der 1. Classe sind 41 Schüler, in der 2. Classe 30, in der 3. Classe 21 und in der 4. Classe 24 Schüler. Die Gemeinde Holler plant den Bau eines neuen Schulhauses, was die Gemeinde Untershausen veranlasst, „sich von dieser Schule zu trennen, weil sie die Baukosten nicht mitbestreiten wollten“.
Die Herzogliche Landesregierung bewilligt der Gemeinde Untershausen zum 1. Okt. 1843 die Bildung einer eigenen Schule. Von dem gemeinsamen Schulvermögen in Holler in Höhe von 1250 Gulden entfallen auf die Gemeinde Holler 957 fl. 29 kr. und 3 Pf., auf Untershausen 292 fl. 30 kr. 1 Pf. Die Verhandlungen für Untershausen führen Schultheiß Gombert, der auch Schulvorsteher ist, sowie Gemeindevorsteher Andreas Hommrich und Anton Schlemmer.[Anm. 74]
Ab 1. Okt. 1843 findet der Unterricht in der Volksschule Untershausen, einer Elementarschule, in dem 1825 errichteten Gemeindehaus statt, in dem sich neben dem Raum mit dem Gemeinde-Backofen noch 2 Zimmer befinden. Der westliche Raum mit einer Größe von 30 qm dient als Schulsaal und der kleine Raum, zwischen diesem und der Backstube gelegene mit einer Größe von 10 qm, als Lehrerwohnung; [Anm. 75] ein eigenes Schulhaus wird im Jahr 1909 errichtet. Im Jahr 1843 hatte Untershausen 28 Familien. Die 134 Einwohner lebten in 22 Häusern; alle Personen sind Katholiken.[Anm. 76]. Es gibt 21 Schüler.
Bis Ende 1843 unterrichtet der Schulkandidat Alzen von Holler vertretungsweise als erster Lehrer in Untershausen; ab 1.1.1844 ist Philipp Lauth aus Kransberg Lehrer in Untershausen, vorher war er Lehrgehilfe in Dehrn, Amt Limburg. Die jährliche Besoldung beträgt 200 fl., 190 fl. in bar und 10 fl. werden für die Wohnung gerechnet. Industrielehrerin (Handarbeit) ist Barbara Hommrich geb. Schlemmer.
Zur Bestreitung der Schulkosten zahlt jeder Bürger für jedes Schulkind jährlich 1 Gulden 30 Kreuzer.[Anm. 77]
1846 Nicolaus Gombert, Schulheiß; Feldgerichtsschöffen Johann Hübinger und Nicolaus Gombert. 1847 Schultheiß Gombert; Feldgerichtsschöffen Nicolaus Gombert und Johann Nöbgen.[Anm. 78]
Am 19. Mai 1847 erhebt Bischof Peter Josef von Limburg die Filialkirche der hl. Jungfrau und Märtyrerin Margaretha in Holler zur Pfarrkirche mit allen Rechten. Als Einkünfte werden alle Erträge des Martinifonds festgelegt.[Anm. 79]
1848
Das nassauische Gemeindegesetz überträgt der Gesamtheit der Bürger sämtliche Verwaltungsbefugnisse, z. B. die selbständige Verwaltung des Gemeindevermögens. Die Gemeindeversammlung wählt in direkter Wahl den Bürgermeister und einen Gemeinderat (als kollegialem – nicht bürokratischen – Gemeindevorstand).[Anm. 80]
1848 Lehrer Krekel in Untershausen wird wegen andauender Krankheit beurlaubt. Die Kinder gehen wieder nach Holler zur Schule; die Gemeinde Holler fordert eine Beteiligung an den Kosten, was die Gemeinde Untershausen ablehnt. „Somit hatten hiesige Kinder einige Zeit gar keinen Schulunterricht bis 28. Mai.“. Neuer Lehrer ist Johann Michels geb. 1829 zu Oberelbert, ab 14.6.1851 Franz Schwarz geb. 27.5.1826 zu Diez.[Anm. 81]
1851-1854 Peter Merz (1805-1892) H9, Bürgermeister [Anm. 82]
Die Eheleute Adam und Katharina Dennebaum verpfänden 8 Äcker mit
einer Fläche von 328 Ruthen (3,3 Morgen) für eine Summe von 1000 Gulden. Diese
Summe dient als Unterpfand für ihren nach Scranton, PA, USA mit seiner Familie
ausgewanderten Sohn Peter für den Fall, dass dieser zum Militärdienst aufgefordert werden
würde. Nachdem die Herzogl. Nass. Landesregierung in Wiesbaden keinen
Einberufungsbescheid stellte, wurde die Pfandverschreibung im Jahr 1861 wieder gelöscht.[Anm. 83]
1855-1857 Adam Dennebaum (1809-1887) H3, Bürgermeister; die Gemeinde ist verpflichtet, der Schule 2 Klafter Buchenholz zum Heizen des Unterrichtsraums zu liefern und ½ Klafter für die Industrieschule.[Anm. 84] Holzversteigerung im Gemeindewald, Distrikt „Prosternichel“.
1856 Die Gemeinde hat 35 Familien und 135 Einwohner.[Anm. 85]
1857 Bürgermeister Adam Dennebaum, Feldgerichtsschöffen Hübinger und Nicolaus Gombert; [Anm. 86] diese bildeten auch den Schulvorstand. Die Schule hat 25 Schüler. Das große Kruzifix am Gemeindehaus H31 wird durch den Hochwürdigen Herrn Pater Schneider aus Bornhofen nach Beendigung einer Mission als Missionskreuz eingeweiht. Die Baumschule wird um 15 Ruthen 36 Schuh vergrößert.[Anm. 87]
1858-1869 Peter Merz, Bürgermeister [Anm. 88]
1859 In der Gemeinde Untershausen wird eine „Lehrvicarstelle“ eingerichtet, jährliche Besoldung 230 fl. Die Schule hat 30 Schüler.
1868 Die Industrielehrerin Anna Lenz H5 wird wegen „unregelmäßiger Erteilung“ des Unterrichts abgelöst durch Anna Roth H1 „welche eine jährliche Belohnung von 15 fl. aus der Gemeindekasse erhält.“
„Das Zimmer des Lehrers wird renoviert, der Boden mit Steinen aufgefüllt und hinter der Schule ein Kanal angelegt, damit die Feuchtigkeit nicht eindringen kann.“
1869-1880 Anton Gombert (1838-1903), H23, Bürgermeister
Der Deutsch-Französische Krieg von 1870/71 führt zur Konstituierung des Deutschen Kaiserreichs im Jahr 1871.
Ende 1872 bis März 1874 bleibt die Lehrerstelle in Untershausen wegen allgemeinem Lehrermangel unbesetzt. Die Vertretung übernehmen anfangs die beiden Lehrer von Stahlhofen und ab 1873 die beiden Lehrer von Holler. Die Schule hat 43 Schüler.
1873 Bürgermeister Anton Gombert; Feldgerichtsschöffen Heintz, Hübinger und Merz.
Ab April 1874 bis 1896 unterrichten nacheinander 7 verschiedene Lehrer in der Schule, ihre jährliche Besoldung beträgt 240 Taler. Die Anzahl der Schüler steigt in diesen Jahren kontinuierlich an und erreicht im Jahr 1888 mit 30 Knaben und 34 Mädchen ihren Höhepunkt; Untershausen hat 180 Einwohner.[Anm. 89]
1880 Bürgermeister Gombert; die Amtsortschaft Untershausen im Unter-Westerwald-Kreis hat 32 Haushaltungen und 159 Einwohner.[Anm. 90]
1882-1885 Melchior Becher (1819-95) H 36, Bürgermeister.
1886-1892 Nicolaus Becher (1850-1915), H36, Bürgermeister.
1893 Ein extrem trockener Sommer führt zu einer großen Futternot.[Anm. 91]
1895-1916 Peter Ludwig (1860-1930) H26, Bürgermeister.[Anm. 92]
1897 Am 1. April wird in Stahlhofen eine Landpostagentur errichtet. Jetzt wird die Post nicht mehr durch Landbriefträger zugestellt, sondern mit einem Pferdefuhrwerk, das auch durch Untershausen fährt. Im gleichen Jahr wird in Stahlhofen auch ein Telegraphenbetrieb mit Unfallmeldestelle eröffnet.[Anm. 93]
1898 Bei der Reichstagswahl üben von den 42 Wahlberechtigten 35 das Wahlrecht aus. Die Zentrumspartei erhält 31, die Sozialdemokraten bekommen 3 und die Nationalliberalen 1 Stimme.[Anm. 94]
Zwischen 1872 und 1909 sind in Unterhausen 11 verschiedene Lehrer tätig. In Zeiten der Vakanz übernehmen benachbarte Lehrer den Dienst, dreimal aus Stahlhofen, zweimal aus Holler und einmal aus Ettersdorf.[Anm. 95]
1909 Das neuerbaute Schulhaus H19 wird am 14. Sept. feierlich eingeweiht. Die Einsegnung erfolgt durch den Kreisschulinspektor Pfarrer Kexel aus Holler in Anwesenheit von Landrat Freiherr Marschall von Bieberstein, den Mitgliedern des Schulvorstandes, der Schöffen und einer größeren Menge Zuhörer: Es wechseln Lieder, Vorträge und Ansprachen ab. Der erste Lehrer in der neuen Schule ist Georg Gremp, der vom 1. Okt. 1909 bis 31. März 1952, also 42½ Jahre lang, in Untershausen unterrichten wird, [Anm. 96] s. Haus Nr. 19.
Im Jahr 1912 heißt es in einem Brief an den ausgewanderten Onkel Johann Dennebaum in Newark, NJ, USA: „Daß der gute Onkel krank ist, tut mir sehr leid. Da ist es am besten, er kommt noch mal zu uns, dann fahren wir (mit dem Kuhfuhrwerk) nochmal nach Arzbach zum Kriegerfest und tanzen, bis er durchnaß geschwitzt ist, dann kommt er sicher gesund nach Hause. Am 27. Jan. war Kaisergeburtstag, da hat der Kriegerverein einen schönen Familienabend veranstaltet; hatten Kuchen gebacken und alle hatten ihre Weiber mitgenommen, haben gefeiert bis morgens um 3 Uhr“.[Anm. 97]
„Am 27. und 28. Mai 1912, am 2. und 3. Pfingstfeiertag, hielt der hiesige Kriegerverein das Fest seiner Fahnenweihe ab. Dieses Fest versammelte eine Menschenmenge hier, wie sie Untershausen vorher nie gesehen hat.“[Anm. 98]
Auf dem Foto [Anm. 99] dem Jahr 1912 sind folgende Personen abgebildet v.l.:
Männer
Am Pult: August Heinz H12; 1. Reihe: Johann Frink H34 mit Trommel, Georg Gremp H19 Volksschullehrer, Pfarrer Velten (Bruder von Förster Velten), Ludwig Velten H18 in Förster-Uniform, Anton Ferdinand H9 mit Trommel, Peter Herrmann H32, Jakob Herrmann H39, Peter Straub H16 und Franz Daum H14.
2. Reihe: Paul Gombert H3, Heinrich Gombert H3, Johann A. Gombert H13, Anton Gombert H24, Christian Hübinger H27, Peter Frink H12, Anton Gombert H3 und Anton Roth H21; hinten: Johann Frink H22, Jakob Dennebaum H33 und Josef Becher H36.
Fest-Damen
1. Reihe: Elisabeth Gombert H38, Anna Straub H16, Gustel Ferdinand H15, Maria Hübinger H7, Franziska Roth H1 und Anna Mies H25.
2.Reihe: Katharina Meuer H37, Maria Meuer H37, Agnes Ludwig H26, Elfriede Gilles H6, Maria Ferdinand H15, Maria Amalie (Male) Dennebaum H33, Maria Frink H10 und Maria Frink H22.[Anm. 100]
1914 Die Gemeinde erlebte im Juni und Juli viele zum Teil heftige Gewitter. Am 21. Juli kommt es zu einem Gewitter mit 8 – 10 cm großen Hagelkörnern, die großen Schaden anrichten bei Kartoffeln und Rüben; Gemüsepflanzen, Bohnen, Erbsen und Gurken werden so stark zerfetzt, dass sie absterben. /210/
1916 Peter Ludwig, Bürgermeister; [Anm. 101] s. a. Text: NS-Zeit in Untershausen und Umgebung.
Erster Weltkrieg 1914-18
Lehrer Gremp wird am 6.11.1915 einberufen und kehrt am 15.11.1919 zurück. Vertretungen erfolgen durch Lehrer Mende aus Stahlhofen, Lehrer Jakob Staudt aus Holler und Lehrer Josef Wagner aus Daubach. In der Gemeinde werden die Lebensmittel knapp, selbst bei den Bauern sind die Kartoffeln rar. Die Beschaffung von Kleidern und Schuhen ist unmöglich, selbst Schuhflickzeug ist nicht mehr zu bekommen. Die Preise steigen im Laufe der Kriegsjahre um das Doppelte, Dreifache, teils 10-fache an. In Deutschland wird eine große Anzahl von Kirchenglocken beschlagnahmt und eingeschmolzen, darunter auch das Glöcklein auf dem Gemeindehaus in Untershausen, der alten Schule; es wog 81 Pfund und hatte seit 1807 seine Dienste getan. Um den Krieg zu finanzieren, werden Kriegsanleihen verkauft. Für die 8. Kriegsanleihe wurden in Untershausen 2.500 Mark gezeichnet. Die Zeichner der Kriegsanleihen erhielten nach Kriegsende keinen Wert zurück, ihr dem Staat geliehenes Geld war verloren.[Anm. 102]
Auf der Ehrentafel sind 102 Soldaten der Gemeinden Holler und Untershausen abgebildet, die im Ersten Weltkrieg gedient haben; davon fielen 28. /208/. Aus Untershausen stammten 36 Soldaten, von denen 12 starben; die Gemeinde Untershausen hatte vor dem Krieg 173 Einwohner. Die Zahl der Verwundeten und Verkrüppelten ist nicht überliefert. Johann Adam Gombert H13 hatte die Schlacht um Verdun zwar überlebt, seitdem aber einen versteiften und verkrüppelten linken Arm.
Anm.: Auf der Ehrentafel sind nicht alle Soldaten der beiden Gemeinden abgebildet, von den 12 gefallenen Untershäusern sind nur 8 aufgeführt; s.a. Text: Kulturdenkmäler/Kriegergedächtniskapelle
1919 Nach dem Ende des Ersten Weltkriegs wird Untershausen von US-amerikanischen Soldaten besetzt, die den Schulsaal längere Zeit belegen und am 5. Mai abziehen bis auf ein Wachkommando von 8-10 Mann, das Mitte Juni den Ort verlässt.
Im Dezember wird der Männergesangverein Liederkranz gegründet, Dirigent wird der Volksschullehrer Georg Gremp.[Anm. 103]
Mit der Einführung des Reichsarbeitsdienstes und der Wehrpflicht kommt das Vereinsleben 1934/5 zum Erliegen; die aufwändige Vereinsfahne befindet sich heute im Eingangsbereich/Foyer des Bürgerhauses Untershausen, s. Einzelaspekte: Männergesangverein „Liederkranz“.
1918-1923 August Heinz (1871-1950) H12, Bürgermeister.
1922 Untershausen hat 211 Einwohner, Anton Dennebaum ist Wagner, Adam Gilles Schmied und gepr. Hufbeschlagschmied, Wilhelm Klein handelt mit Schnitt- und Wollwaren sowie mit Herren- und Kleiderstoffen und Christian Ortseifen mit Tinte, Schwämmen und Fensterledern.[Anm. 104]
„Der Sommer 1922 bringt eine anhaltende Trockenheit, die Hitze nimmt täglich mehr zu. Es macht sich allerorts ein empfindlicher Wassermangel bemerkbar. Lediglich der über 20 m tiefe Brunnen am Schulhaus versorgt einen großen Teil der Bevölkerung mit Wasser.“
Seit dem 23. Dez. 1922 gibt es elektrisches Licht in Untershausen. Strom und Transformator werden von der Koblenzer Straßenbahngesellschaft geliefert.
Die Ernte ist sehr schlecht ausgefallen, manche Bauern haben kaum Brot bis Weihnachten und der Zentner Kartoffeln kostet 400 bis 500 Mark.
In ganz Deutschland kommt es mit Beginn des Ersten Weltkriegs zu einer starken Inflation. Die Geldentwertung ging ab Mitte 1922 in eine unkontrollierte Inflation (monatliche Inflationsraten von 50%) über.
1923 Beim Bau der Wasserleitung wird der Arbeitslohn wegen der schnell fortschreitenden Geldentwertung am Ende eines jeden Arbeitstages ausgezahlt. Im Oktober kommt es mit dem Gesetz zur Einführung der Rentenmark zur Beendigung der Inflation (1 US-Dollar = 4,2 Billionen Mark). Das Münzgesetz vom 30. Aug. 1924 macht die Reichsmark zur deutschen Währungseinheit.
1923-1924 Adam Gilles (1886-1952) H6, Bürgermeister.
Im September 1923 wird der Bau der Wasserleitung im ganzen Dorf beendet, so dass „jetzt alle Häuser fließendes Wasser haben.“ Die Wasserquellen liegen im Stelzenbachwald (Distrikt 15 – Wolfshahn – Oberförsterei Welschneudorf), die Rohrleitungen bis zu einem Hochbehälter im Walddistrikt Vordere Linden sind ca. 4 km lang. Dieses Wasserbassin wurde Ende der 1980er Jahre abgerissen, nachdem es bereits durch die Montabaurer Trinkwasser-Ringleitung ersetzt worden war, s. Einzelaspekte: Wald
Im Mai 1924 wird ein neuer Reichstag gewählt. Heinrich Roth aus Holler wird Abgeordneter der Zentrumspartei im Reichstag. Gleichzeitig wird in Untershausen die Gemeindevertretung neu gewählt.[Anm. 105]
1924-1945 Anton Becher (1892-1974) H2, Bürgermeister und bleibt im Amt bis zum Ende der NS-Diktatur 1945.
1924 „Durch anhaltenden Regen kann die Ernte nur mit Mühe und Not eingebracht werden; es kommt nichts nach Hause, was völlig trocken ist. Die Regenfälle nehmen um Allerheiligen weiter zu. Die Wassermassen von der Höhe und aus dem Kappesfeld nehmen die gesamte Breite des Feldwegs ein, der zum Backes führt (heute: Gartenstraße). Im Gelbachtal gleichen die Gebiete von Ettersdorf bis Isselbach-Giershausen einem großen See.“
1925 Der Steinbruch in der Feldheck wird an die Firma Bell in Selters verpachtet, die Zahl der Arbeiter ist auf 16 gestiegen, die ersten Pflastersteine werden zum Verladebahnhof nach Montabaur gebracht.
Am 1. Sept. wird die Kraftpostlinie Laurenburg – Holzappel – Montabaur eröffnet. Ein 18-Sitzer-Bus und ein Omnibus mit 24 Sitzplätzen fahren täglich über Hübingen durch die Ortschaften nach Montabaur. Abfahrt in Untershausen Richtung Montabaur war anfänglich um 7:45 Uhr, um 15 Uhr und um 17:45 Uhr. Die Abfahrt Richtung Holzappel um 12, 17 und 19 Uhr.
Am 6. Sept. 1926 verunglückt der Arbeiter Johann Frink im Steinbruch in der Feldheck tödlich, als eine schwere Basaltsäule umschlägt; er hinterlässt Ehefrau und drei unmündige Kinder.
Am 24. Okt. 1929 beginnt mit Kursstürzen an der New Yorker Börse eine Wirtschaftskrise ungeahnten Ausmaßes mit Kurzarbeit, Arbeitslosigkeit und Firmenpleiten. In der Gemeinde Untershausen versucht man der Arbeitslosigkeit und der Armut durch gemeinnützige Arbeiten im Wegebau und bei Entwässerungsmaßnahmen gegen Zahlung eines geringen Taschengeldes/Aufwandsentschädigung zu begegnen.
1931 Untershausen hat 230 Einwohner.
Am 1. Jan. 1932 wird der „Musik- und Wanderklub Untershausen“ gegründet; die musikalische Leitung übernimmt der Dorfschullehrer Georg Gremp, s. Einzelaspekte: Mandolinen-Orchester 1932
In der Reichstagswahl vom März 1933 erhält die NSDAP in Untershausen 43,9 % der Stimmen. Spätestens jetzt beginnt die NS-Diktatur, die mit der vollständigen Kapitulation am Ende des Zweiten Weltkrieges im Mai 1945 endet, s. Text: Einzelaspekte: NS-Zeit in Untershausen und Umgebung.
Mit dem Wehrgesetz vom 21. Mai 1935 wird die Wehrpflicht für alle deutschen Männer wieder eingeführt. Im Juli finden die ersten Musterungen statt. In Montabaur werden Johann Dennebaum und Willi Roth aus Untershausen als tauglich eingestuft und der Luftwaffe zugeordnet, Anton Becher und Hugo Herrmann der Artillerie.[Anm. 106]
In der Nacht vom 17. zum 18. April 1936 gehen über den ganzen Westerwald wie auch im Taunus und anderen Gebieten Westdeutschlands gewaltige Schneemassen nieder. Insbesondere Nadelbäume werden sehr stark geschädigt; die Aufräumarbeiten dauern bis tief in den Sommer hinein.
Am Rand des Stelzenbachwaldes wird oberhalb von Daubach ein Lager für den Reichsarbeitsdienst errichtet und kurz vor Ostern 1938 mit etwa 180 Arbeitsmännern belegt. Die Wasserversorgung erfolgte aus der Wasserleitung der Gemeinde Untershausen.
„Der Einmarsch deutscher Truppen in Polen am 1. Sept. 1939 löst am 3. Sept. 1939 die Kriegserklärung Großbritanniens und Frankreichs an Deutschland aus.
Der Zweite Weltkrieg hat begonnen.“
Seit Weihnachten bringt der Winter mit oft bis zu minus 27° Celsius sehr viel Schnee und klirrende Kälte nach Untershausen.
Am 27. und 28. Jan. 1940 wird der Stab einer Artellerie-Abteilung mit 70 bis 80 Pferden in dem kleinen Ort einquartiert und etwa ebenso viel Soldaten. Manch einer der Soldaten muss mit Erfrierungen an den Füßen ins Lazarett nach Montabaur eingeliefert werden. Als das Tauwetter einsetzt, sind die Straßen wegen der Frostschäden unpassierbar für Kraftfahrzeuge. Das Postauto muss längere Zeit durch das Gelbachtal fahren. Durch den langen strengen Winter und die erforderlichen Ausbesserungsarbeiten kann erst sehr spät mit der Frühjahrsbestellung in der Landwirtschaft begonnen werden. Am 13. Mai 1940 (Pfingsten) verlassen die Soldaten Untershausen und marschieren Richtung Frankreich.
Am 24. Juni 1940 läuten die Glocken, weil Frankreich den am 17. Juni geschlossenen Waffenstillstandvertrag unterzeichnet.[Anm. 107]
In der NS-Zeit gibt es in Untershausen zusätzlich zu dem Bürgermeister Anton Becher noch Jakob Laukart H17 als „politischen Bürgermeister“ bzw. Blockleiter bzw. NS-Ortsgruppenleiter, der auch gleichzeitig Gemeinderechner ist. Zwei Söhne des ehemaligen Bürgermeisters Peter Ludwig H26 werden Anfang 1941 in der Landesheil- und Pflegeanstalt Hadamar mit Gas/T4 ermordet und die Leichen verbrannt. Die Mutter der beiden erhält deren Kleidung zurück mit dem Hinweis, sie seien an einer „Lungenentzündung“ gestorben. „Todesdaten und Todesursachen wurden falsch angegeben, um Angehörige und Behörden zu täuschen“.[Anm. 108]
Anton Becher und Jakob Laukart haben als Parteimitglieder dafür zu sorgen, dass die Anweisungen der NSDAP-Parteizentrale in Unterhausen bekannt werden. Die Nachricht vom Tod eines Soldaten wird den Familien von Jakob Laukart überbracht.[Anm. 109]
Am 2. Mai 1941 hat die Gemeinde Untershausen mit dem 23-jährigen Josef Ebert den ersten gefallenen Soldaten zu beklagen.
An den Weihnachtstagen 1941 tobt ein hefiger Sturm, es folgen Schnee und empfindliche Kälte, die Weihnachtsferien werden verlängert, es kommt neuer Schnee hinzu, auch die Kälte wird immer stärker. Die Schulen werden auf Anordnung des Landrats bis zu 22. Februar geschlossen. Der Postomnibus hat den Betrieb eingestellt, die Landpost wird mit Pferdeschlitten transportiert, an den Straßenseiten sind die Schneemauern fast mannshoch, erst Ende März setzt allmählich Tauwetter ein.[Anm. 110]
In den nächsten 4 Jahren sterben weitere 15 Soldaten aus Untershausen, insgesamt steigt die Zahl auf 21 der im Krieg gefallen bzw. an den Folgen gestorbenen Männer, s. Text Einzelaspekte: Kriegergedächtniskapelle.
Ende Febr. 1945 werden deutsche Soldaten der Panzerwaffe in Untershausen einquartiert. Die Front rückt immer näher.
Am 26. März 1945 fahren mittags US-amerikanische Panzer von Holler kommend durch Untershausen Richtung Stahlhofen. In einigen Häusern hatten die Bewohner weiße Betttücher in die Fenster gehängt. Auf das Haus Bender H42 wurde aus einem Panzer ein Schuss abgegeben, weil im II. OG ein Fenster geöffnet war, aus dem heraus evtl. hätte geschossen werden können. Der Durchmarsch dauerte noch die ganze Nacht an bis weit in den nächsten Tag hinein.[Anm. 111]
Die deutsche Bevölkerung wandelt den Text des Kinderliedes: „Schlaf Kindlein schlaf“ ab und singt jetzt:
„Maikäfer flieg, Dein Vater ist im Krieg,
Mutter ist in Pommerland, Pommerland ist abgebrannt,
Maikäfer flieg!“, s. NS-Zeit in Unterhausen und Umgebung.
Nach dem vollständigen militärischen und politischen Zusammenbruch des Deutschen Reiches und der bedingungslosen Kapitulation vom 7. und 8. Mai 1945 kam es im August 1946 zur Schaffung des Landes Rheinland-Pfalz mit dem Regierungsbezirk Montabaur, der 1968 in den Regierungsbezirk Koblenz eingegliedert wurde und dessen Gebiet weitgehend den heutigen Landkreisen Rhein-Lahn-Kreis und Westerwaldkreis entspricht. Der Westerwaldkreis wurde 1974 aus den gleichzeitig aufgelösten Landkreisen Unterwesterwaldkreis (mit Sitz in Montabaur) und Oberwesterwaldkreis gebildet.[Anm. 112]
1945 Jakob Born (1878-1968) H35 wird nach dem Zweiten Weltkrieg von der US-amerikanischen Besatzungs-Behörde in Montabaur kommissarisch als Bürgermeister eingesetzt. Nach Jakob Laukart wird jetzt Walter Dennebaum und nach dessen Tod seine Ehefrau Martha Dennebaum H13 Gemeinderechner. Die Kriegsteilnehmer Oswald Frink und Anton Schnee, die ihren Genesungs- bzw. Erholungsurlaub in Untershausen verbracht hatten, müssen sich bei der Besatzungsbehörde einfinden und werden als Gefangene in das Kriegsgefangenenlager Remagen gebracht, wo sie bis zum 13. Juni 1945 unter freiem Himmel und schlechter Ernährung ihr Leben fristen.[Anm. 113]
Im Juli 1945 übernehmen französische Truppen von den US-Amerikanern neben der Pfalz, Rheinhessen, die Regierungsbezirke Koblenz und Trier auch die 4 nassauischen Kreise (Ober- und Unterwesterwald, Unterlahn und St. Goarshausen).
1945-1964 Alois Ludwig (1894-1972) H26, kommissarischer Bürgermeister. Der Sohn des ehemaligen Bürgermeisters Peter Ludwig und Bruder der in Hadamar vergasten Brüder Anton und Josef, wird von der französischen Besatzung eingesetzt. Diese erlaubt der Bevölkerung, im Stelzenbachwald begrenze Mengen von Brennholz zu machen unter der Voraussetzung, dass jede Familie zuerst 2 Raummeter Brennholz für die Besatzungstruppen macht. Die weibliche Bevölkerung wird zu Küchendiensten der französischen Soldaten herangezogen.
Am 15. Sept. 1946 finden erstmals nach dem Zweiten Weltkrieg Gemeinderatswahlen statt. Gewählt werden Alois Ludwig als Bürgermeister und die Gemeinderatsmitglieder Ludwig Velten, Franz Müller, Christian Herrmann, Oswald Frink, Josef Gombert und Adam Ferdinand.
Dem sehr kalten Winter 1946/7 folgte eine extreme Trockenheit im Sommer mit dürren Feldern und Wiesen. Das Hamsterwesen erreichte einen neuen Höhepunkt. Auf dem Schwarzen Markt kostet ein Pfund Kartoffel bis zu 8 Mark, dafür muss ein Arbeiter 10 Stunden lang arbeiten. Das Kreisernährungsamt in Montabaur legt die Mengen an Getreide und Kartoffeln fest, die von den über 20 landwirtschaftlichen Kleinbetrieben – die mit 2 bis 3 Kühen 3 bis 4 ha Felder und Wiesen bewirtschaften – abgeliefert werden müssen, ebenso wird das Abgabesoll für Milch und Eier festgelegt und penibel kontrolliert. Auch die Hausschlachtungen hatten begrenzende Auswirkungen auf die Zuteilung von Lebensmittelmarken für Brot, Milch, Eier, Fleisch und Kartoffeln. Die schlechte Kartoffelernte bewirkte, dass auch die Setzkartoffeln für 1948 abgegeben werden mussten mit dem Versprechen, für entsprechendes Saatgut zu sorgen, was aber nicht eingehalten werden konnte, so dass im Frühjahr nur ¼ der benötigten Setzkartoffel zur Verfügung stand.[Anm. 114]
Am 20. Juni 1948 wird die Reichsmark (RM) in Westdeutschland (Trizone) durch die Deutsche Mark (DM) abgelöst. Im August finden Gemeinderatswahlen statt. Gewählt werden Alois Ludwig als Bürgermeister und die Gemeinderatsmitglieder Ludwig Velten, Christian Herrmann, Nikolaus Ferdinand, Oswald Frink, Josef Gombert und Adam Ferdinand.
Der Sommer 1949 ist wieder so trocken wie der Sommer 1947, der Futtermangel noch schlimmer. Allerdings erweist „sich die reiche Bucheckernernte im Herbst als großer Segen.“ Es wird eifrig gesammelt und der Boden der Buchenwälder oft mehrfach durchsiebt. An Silvester kehrt Hugo Herrmann als letzter Kriegsgefangener nach 7-jähriger russischer Gefangenschaft nach Untershausen zurück.
Im Juni 1950 kommen die beiden Familien Behrendt als Vertriebene aus Ostpreußen in unser Dorf. Auch die beiden Mansardenzimmer im hiesigen Schulhaus werden belegt.
Am 31. März 1952 wird der Volkschullehrer Georg Gremp nach 42½-jähriger Dienstzeit in den Ruhestand versetzt. Die Vertretung übernehmen die Lehrer Schmidt aus Stahlhofen und Eufinger aus Daubach. Ab Oktober unterrichtet Lehrer Hans Raskop in Untershausen. Am 9. November wird der Gemeinderat neu gewählt. Es gibt keine Wahlvorschläge, es wird eine Personenwahl durchgeführt: Alois Ludwig erhält 120 Stimmen, Alois Neuroth 111, Christian Normann 87, Anton Becher 84, Albert Hannappel 67, Johann Dennebaum 59 und Hugo Herrmann 51. Diese wählen Alois Ludwig einstimmig wieder zum Bürgermeister.
Für die Kreistagswahl gibt es 173 Wahlberechtigte, davon haben 153 gewählt: CDU 97, SPD 33, FDP 8 und KPD 5; 10 Stimmen sind ungültig.[Anm. 115] Das Heiligenhäuschen auf der Sturch am alten Kirchweg von Oberelbert nach Holler wird renoviert und mit einer Mosaik-Madonna geschmückt, s. Text Kulturdenkmäler: Heiligenhäuschen.
1953 Im November wird die Kriegergedächtniskapelle am Volkstrauertag als Ehrenmal für die Gefallenen der beiden Weltkriege eingeweiht. Seither gedenkt die Gemeinde unter Mitwirkung des Mandolinen-Orchesters an dieser Stelle jährlich am Volkstrauertag ihrer Toten und Gefallenen, s. Text Einzelaspekte: Kriegergedächtniskapelle.
1954 Auf einen regenreichen Sommer und Herbst mit geringeren Erträgen in der Landwirtschaft folgt ein kalter Winter mit starken Frostausbrüchen der Straße von Stahlhofen nach Montabaur. 70-80 cm hohe Lehmmassen durchbrechen die Teerdecke und machen die Straße bis Ende 1955 unpassierbar.
Im Jahr 1956 feiern die Eheleute Jakob und Elsiabeth Born das Fest ihrer Goldenen Hochzeit. Man kann sich nicht erinnern, jemals ein derartiges Fest begangen zu haben.
An der Straße nach Daubach außerhalb der Ortsgrenze von Untershausen wird in der Gemarkung Stahlhofen ein Wohnhaus für die „Revierförsterei Stahlhofen“ von den Gemeinden Bladernheim, Daubach, Ettersdorf, Holler, Reckenthal, Stahlhofen und Untershausen errichtet. Erstbezieher ist der Revierförster Otto Velten mit seiner Familie.
1957 Die Nebenstraßen Waldstraße, Zum Röthchen und Gartenstraße erhalten Abwasserkanäle mit Anschluss an den seit Anfang der 50er Jahre bestehenden Abwasserkanal an der Hauptstraße. Die Gemeinde verkauft erstmals 3 Bauplätze an Bauwillige.
1960 Kreistag und Gemeinderat werden neu gewählt. Die CDU erhält 113 Stimmen, SPD 21 und FDP 11. Bei der Wahl zum Gemeinderat erhält Georg Söllner mit 128 die meisten Stimmen. Der Gemeinderat wählt wieder einstimmig Alois Ludwig zum Bürgermeister.
1961 Die Trinkwasserversorgung bricht zusammen und muss über eine neue Zuleitung vom Quellgebiet bis zum Hochbehälter sichergestellt werden. Die Schützengesellschaft e.V. Untershausen wird gegründet mit Otto Velten als Vorsitzenden.
1962 Im Gemeindewald „Hintere Linde“ im Stelzenbachwald wird ein neuer Hochbehälter für Trinkwasser errichtet, Fassungsvermögen 150 cbm (vorher 70 cbm) und 10 m ü. M. höher als der alte und damit höherem Wasserdruck, s. Einzelaspekte: Wald
1963 Die vom Kreisschulamt vorgeschlagene Verbandsschule zwischen den Ortschaften Holler-Untershausen findet im Gemeinderat Untershausen keine Mehrheit. Zum Schuljahresende 1967/68 wird die Volkschule in Untershausen geschlossen. „Die Grundschulkinder fahren nach Stahlhofen, die Hauptschulkinder nach Horressen-Elgendorf.“
1964 Der Gemeinderat beschließt die Anfertigung eines Bebauungsplans „In der Gelbitze“.[Anm. 116]
1964-1979 Georg Söllner (1914-1987) H14, Bürgermeister, vom Gemeinderat gewählt.
Die Koblenzer Elektrizitätswerk und Verkehrs-AG (KEVAG) stellt das Ortsstromnetz fertig, 12 neue Straßenlampen werden installiert.
1966 Die Gemeinde erhält einen Friedhof an der Straße Zum Röthchen.
1972 Bildung der Verbandsgemeinde Montabaur.[Anm. 117]
1973 die Verwaltung der Verbandsgemeinde Montabaur übernimmt offiziell die Funktion der Kassenverwalter (Gemeinderechner) der Gemeinden und Martha Dennebaum scheidet nach 26 Jahren aus dieser Tätigkeit aus [Anm. 118];
1979 Ortbürgermeister Georg Söllner wird verabschiedet und Ehrenbürger der Gemeinde Untershausen.[Anm. 119]
1979-1996 Horst Müller (*1940) H24, Ortsbürgermeister.
1984 Das Jugendferiendorf Untershausen wird eingeweiht. Ca. 1 km entfernt von der Ortschaft stehen am Waldrand nahe der Gemarkungsgrenze von Oberelbert 3 Blockhäuser zum Übernachten, eine Grillhütte als Versammlungsraum und ein Küchen- und Sanitärgebäude auf einer Ferienanlage mit Zeltplätzen.
1996-2001 Michael Ortseifen (*1958), Ortsbürgermeister.
1996 Untershausen wird mit Erdgas versorgt.
2001-2009 Siegfried Gilles (*1959) H6, Ortsbürgermeister.
2009-2025 Cornelia Baas (*1952) H19, Ortsbürgermeisterin.
Im Jahr 2024 hat die Gemeinde Untershausen hat 515 Einwohner.
2026 Landtagswahl: Wahlberechtigte 400, Wähler 290, Gültige Stimmen 288. Parteien in %: CDU 40; AFD 23; SPD 18; FW 4,5; Linke 4,5; FDP 3; Grüne 2; Tierschutz 2; BSW 1.
2026- Michael Karaski (*1964), Ortsbürgermeister.
Anmerkungen:
Anm. 1: Salentin von Isenburg d. A. und sein Sohn verpfänden ihre Güter zu Meudt („Mudt“), Untershausen („Gundelshusen“) und Geiersberg („Girsbogh“) bei Montabaur („Muntabur“) vom 19. Mai 1415. LHAKo Bestand 35 Urkunde 246. ↑ zurück
Anm. 2: Gensicke, Hellmuth: Niederelbert von seinen Anfängen bis zur neueren Zeit. In: Niederelbert – im Spiegel der Zeit; Herausgeber Ortsgemeinde Niederelbert 1995, ISBN 3921548-53-5, 456 S. ↑ zurück
Anm. 3: Gensicke, Hellmuth: Landesgeschichte des Westerwaldes. Selbstverlag der
historischen Kommission für Nassau in Wiesbaden, Wiesbaden 1958, S. 1-659.
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Anm. 4: Thamm, Melchior: Die Kellnerei des kurtrierischen Amtes Montabaur, nach ungedruckten Quellen. In: Kaiser Wilhelms Gymnasium Montabaur 1874-1915, Buchdruckerei von Georg Sauerborn; Jahresbericht 1907, S. 1-22; HHStAW Abt. XXXV 32 (41).
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Anm. 5: Gensicke, Hellmuth: Stahlhofen von den Anfängen bis zur neueren Zeit. In: Stahlhofen auf den Gelbachhöhen, ISBN: 3-921548-60-8, Verlag Westerwald-Verein e. V., 590 S. ↑ zurück
Anm. 6: Renntt Buech zu Gondelshausen Anno dreisich neun Wiedda im Jahr 1539, FWA 70-1-1. ↑ zurück
Anm. 7: Thamm, Melchior: Copei. Verzeichnis der dörffer, feurstedt und haupter, auch frembder hern renthen und guldten, in der stat und banne Monthabaur, anno domini 1548 beschrieben und in cantzlei uberschickt. In: Kaiser Wilhelms Gymnasium zu Montabaur, Jahresberichte 1874-1915. Ab 1896 Druck Georg Sauerborn in Montabaur. Hier: Jahresbericht 1906, S. 25-44. HHStAW XXXV, 32 (41). ↑ zurück
Anm. 8: Herrschaft Meudt in specie Wiedische Gefälle zu Gunderlshausen oder Underhausen betreffend 1500 bis 1580 sowie 8 Blätter der Jahre 1662 und 1671 über den Verkauf des Wiedischen Anteils an die Deutschordenskomtur zu Koblenz, FWA 10-3-18. ↑ zurück
Anm. 9: s. Anm. 7. ↑ zurück
Anm. 10: s. Anm. 5. ↑ zurück
Anm. 11: Deutsch Ordens Commende zu Coblenz Hof und Zehende zu Untershausen 1721-75, Bl. 1-18, HHStAW Abt. 116, Nr. 916. ↑ zurück
Anm. 12: Veräußerung des ehemaligen Isenburgischen Hofguts in Untershausen. Domainen Sachen. Lehnung der Hofgüther zu Untershausen 1743-1809, HHStAW Abt. 154, Nr. 2669. ↑ zurück
Anm. 13: Aufhebung der Leibeigenschaft [im Herzogtum Nassau /RD/]. Verordnung vom 1. Januar 1808. Leibeigenschafts-Sachen in specie Aufhebung derselben. HHStAW Abt. 210, Nr. 8514. ↑ zurück
Anm. 14: Sammlung der landesherrlichen Edicte und anderer Verordnungen, welchen vom 1. Julius 1816 an, im ganzen Umfange des Herzogthums Nassau Gesetzeskraft beigelegt ist. Wiesbaden, gedruckt in der Herzoglich Nassauischen Hofbuchdruckerei 1817. E.V. Hzgt. Nass. Bd. 1; S. 161, 286. HHStAW XXX 23-1. ↑ zurück
Anm. 15: Vogel, Christian Daniel: Beschreibung des Herzogthums Nassau-Wiesbaden. Verlag von Wilh. Beyerle Wiesbaden. 1843, S. 1- 890. HHStAW XVII 22 E2. ↑ zurück
Anm. 16: s. Anm. 5. ↑ zurück
Anm. 17: s. Anm. 7. ↑ zurück
Anm. 18: Ackva, Wolfgang: Der Stadtmagistrat als Verwalter der Pfarrkirche Montabaur in kürfürstlicher Zeit. In: Montabaur: Von Schule, Kirche und Militär; 11. Heft Schriftenreihe zur Stadtgeschichte von Montabaur; Hrsg. Stadtarchiv Montabaur. Verlag Der Rheinländer, 2009, S. 1-103. ↑ zurück
Anm. 19: Thamm, Melchior: Die Montabaurer Amtsbeschreibung des kurtrierischen Hofrats Damian Linz a.d. J. 1786 in kurzem Auszuge (Forts.) aus dem Original Erster Theil. In: Wilhelms Gymnasium zu Montabaur 1874-1915, Buchdruckerei von Georg Sauerborn; Jahresbericht 1910; S. 1-14; HHStAW Abt. XXXV 32 (41). ↑ zurück
Anm. 20: s. Anm. 7. ↑ zurück
Anm. 21: Riepl, Reinhard: Wörterbuch zur Familien- und Heimatforschung in Bayern und Österreich, Druckerei Lanzinger, 84478 Oberbergkirchen, ISBN 978-3-00-028274-4, 3. Aufl. 2009. ↑ zurück
Anm. 22: Bayer, Erich, Hrsg.: Wörterbuch zur Geschichte, Begriffe und Fachausdrücke. Alfred Kröner Verlag Stuttgart, 1960, 523 S. Handbibliothek HHStAW I 72. ↑ zurück
Anm. 23: s. Anm. 15. ↑ zurück
Anm. 24: Kunz, Rudolf: Wörterbuch für südhessische Heimat– und Familienforscher. Verlag des Historischen Vereins für Hessen, Darmstadt 1995, Darmstädter Archivschriften 9, Handbibliothek HHStAW III 834, S. 1-468. ↑ zurück
Anm. 25: s. Anm. 7. ↑ zurück
Anm. 26: s. Anm. 24. ↑ zurück
Anm. 27: Haberkern, Eugen und Joseph Friedrich Wallach: Wörterbuch für Historiker. Mittelalter und Neuzeit. Francke Verlag Bern und München: 2. Aufl. 1964, 678 S. ↑ zurück
Anm. 28: s. Anm. 5. ↑ zurück
Anm. 29: Heinrich Riedesel (Rithesell), Amtmann und Cono Ryckell, Keller des Herrn von Eppstein (Eppen-) zu Diez vertauschen dessen Hörigen Rullen Sohn Clais 1492. HHStAW 170 I, U2145. ↑ zurück
Anm. 30: s. Anm. 3. ↑ zurück
Anm. 31: s. Anm. 7. ↑ zurück
Anm. 32: Verzeichnisse über die Isenburgischen Gefälle zu Gundelshausen (=Untershausen b. Montabaur), Meudt und Siershahn vom 22. Oct. 1568. HHStAW Abt. 110, Nr. 233. ↑ zurück
Anm. 33: s. Anm. 7. ↑ zurück
Anm. 34: s. Anm. 4. ↑ zurück
Anm. 35: Bestges Henn Johann von Untershausen und Frau verkaufen für 8 Gulden 12 Albus dem Erzbischof Johann von Trier eine Wiesenparzelle beim Heiligenhäuschen zu Oberelbert, 1595. HHStAW Abt. 116, Nr. U 204. ↑ zurück
Anm. 36: Bederegister des Bannes Montabaur vom Jahr 1599 und 1612. HHStAW 116, 245, 25 S. ↑ zurück
Anm. 37: Verzeichnis der Eigenleute im Amt Nassau und in der Grafschaft Diez. Leibeigene von Nassau und Königstein. (Reihenfolge der Ortschaften im Original Kemmenaw, Ninwendorff, Ober Elbert, Holnner, Eilehon, Gondelßhaußen, Reckendale, Bladere, Staylhoben, Dyrbach, Horbach,Jackenbach, Höebingen, Eppenrode, Ruppenrode, Gerßhaußen). 1600, 1-88 S. HHStAW Abt. 171, Nr. N 30. ↑ zurück
Anm. 38: s. Anm. 36. ↑ zurück
Anm. 39: s. Anm. 7. ↑ zurück
Anm. 40: s. Anm. 5. ↑ zurück
Anm. 41: s. Anm. 4. ↑ zurück
Anm. 42: Fabricius, Wilhelm, Dr.: Erläuterungen zum geschichtlichen Atlas der
Rheinprovinz, 2. Bd. Die Karte von 1789. Einteilung und Entwicklung der Territorien von 1600 bis 1794, S. 146 und 156. Bonn, Hermann Behrendt, 1898, 788 S. HHStAW XXIV, 43. ↑ zurück
Anm. 43: s. Anm. 4.↑ zurück
Anm. 44: s. Anm. 21. ↑ zurück
Anm. 45: [Linz, Damian: Montabaurer Amtsbeschreibung vom Jahr 1786. Erster Theil,
handgeschriebene DIN-A3-Blätter, 568 Seiten. HHStAW Abt.116, Nr. 41. ↑ zurück
Anm. 46: s. Anm. 4. ↑ zurück
Anm. 47: Pachtbrief mit Abgabenvereinbarungen der Deutsch Ordens Commende zu Coblenz mit den Brüdern Hans Anton und Adam Ferdinand als Pächter, vom 30. Apr. 1733, 3 S. HHStAW Abt. 116, Nr. 916, Bl. 7-8. ↑ zurück
Anm. 48: s. Anm. 4. ↑ zurück
Anm. 49: Außrechnung des pfachts zu Underßhausen aufs geldt nach
laufenden preiß. Den Domainen Hof zu Undershausen und dessen Verpachtung. Domainen Sachen, Amtskellnerei Monthabaur 1752; 2 S., HHStAW Abt. 116, Nr. 917. ↑ zurück
Anm. 50: Continuatis Protocolli Gemeinde Untershausen entgegen Gemeinde Stahlhofen 1790; Waldstreitigkeiten 1773-1787. HHStAW 116-918. ↑ zurück
Anm. 51: Linz, Damian: Amt Montabaur 1787. Conskriptionstabelle mit den 85 Namen der Ortschaften einschließlich der Stadt Montabaur mit Horressen. Eine Statistik mit Angaben über Häuser, Familien, Einwohner, Bettelarme, Gemeindevorstände, fronbares Vieh und Angaben über das Land unterteilt in Kurfürstlich, Ritterschaftlich, Geistlich, Gemeinde und Privat; Angaben über
Steuern, Gemeindeschulden und Brandgeschirr. Handschriftliche DIN-A1 große Tabelle. HHStAW Abt.116, Nr. 45. ↑ zurück
Anm. 52: s. Anm. 19. ↑ zurück
Anm. 53: Linz, Damian: Montabaurer Amtsbeschreibung vom Jahr 1786. Zweiter Theil. 273 handgeschriebene Blätter DIN-A3; hier: Blätter 247-250 Untershausen. HHStAW Abt. 116, Nr. 42, Bl. 1–273. ↑ zurück
Anm. 54: s. Anm. 42. ↑ zurück
Anm. 55: Inventare, Teilungen und Testamente von Untershausen, hier: „Inventarium über das hinterlassene Vermögen der verstorbenen Ehefrau des Adam Lenz Katharina dahier“ oder „Die Verlassenschaft und Erbtheilung des ledigen Verstorbenen Anton Hehl“. 1803-1817, HHStAW Abt. 234, Nr. 483. ↑ zurück
Anm. 56: Possel-Dölken, Paul: Geschichte der Stadt Montabaur, Zweiter Teil, Band 1. Hrsg. Stadt Montabaur. Druck: dhm-druckhaus montabaur GmbH. ISBN: 978-3-9811-308-3-6. Montabaur 2014, S. 1-749. ↑ zurück
Anm. 57: s. Anm. 56. ↑ zurück
Anm. 58: Zinsen, Bed und Gülten in specie Isenburgische Hube zu Untershausen, Gülten 117. In: Die Isenburgische Hube zu Untershausen – mit dem Deutschen Orden gemeinschaftlich 1721-1802. 6 Bände, hier Band 1: 1800-1808. HHStAW Abt. 116, Nr. 201, 63 Blätter. ↑ zurück
Anm. 59: s. Anm. 58. ↑ zurück
Anm. 60: s. Anm. 58. ↑ zurück
Anm. 61: s. Anm. 5. ↑ zurück
Anm. 62: Becker, Kurt: Neuere Geschichte. Das Gebiet des Regierungsbezirks Montabaur im staatlichen Verband des Herzogtums Nassau und der preußischen Provinz Hessen-Nassau In: Heimatbuch des Regierungsbezirks Montabaur. Herausgegeben von der Nassauischen Kulturstiftung Montabaur; F. Riedel Buchdruckerei, Marienberg 1956, 27 S. ↑ zurück
Anm. 63: Aufnahmestatus u. Viehstandstabellen des Amts Montabaur 1803-1807. Special-Status zu dem Amts-Status und der Viehstandtabelle von der Stadt und dem Amt Montabaur von 1803. HHStAW Abt. 116 Nr. 47. ↑ zurück
Anm. 64: s. Anm. 5. ↑ zurück
Anm. 65: s. Anm. 3. ↑ zurück
Anm. 66: Staats- und Adreß-Handbuch des Herzogthums Nassau, Wiesbaden, Schellenberg-Buchdruckerei 1818 bis 1866, HHStAW Bib. II 28, www.delibri u.a. ↑ zurück
Anm. 67: s. Anm. 42 ↑ zurück
Anm. 68: Stahlhofen auf den Gelbachhöhen – Heimatbuch, zusammengestellt von Hermann-Josef Hucke; Hrsg. Ortsgemeinde Stahlhofen 2001, ISBN: 3-921548-60-8, 590 S. ↑ zurück
Anm. 69: Verzeichnis der Subjekte zur Festsetzung der Schultheißen Stelle in dem Orte Untershausen 1816-1821, 2 S. HHStAW Abt. 234, Nr. 999. ↑ zurück
Anm. 70: s. Anm. 55. ↑ zurück
Anm. 71: Ein pflichtmäßiges Verzeichnis der sämtlichen Bürger der Gemeinde Untershausen vom 10.Juli 1821 enthält die Namen von 25 Bürgern: Schultheiß Gombert, 3x Becher, Born, Dennebaum, Diehl, 6x Ferdinand, Gombert, Herschpro, Jösch, 2x Lenz, Merz, Meuer, 3x Mies, Nebgen, Schlemmer und Schnee. In: Teilung der Walddistrikte Apfelstein, Mengwiese, Melmert und Brückenstück zwischen den Gemeinden Daubach, Untershausen, Stahlhofen und Privatpersonen dieser Orte, mit Verzeichnissen der Bürger dieser Gemeinden; 1816-1821. HHStAW Abt. 234, Nr.1227. ↑ zurück
Anm. 72: Schulchronik Holler in Auszügen ab 1841, Abschrift von Hans Becker, 5 S. ↑ zurück
Anm. 73: Becker, Hans, Pfarrer im Bistum Limburg, Mitbegründer der Ges. f. mittelrheinische Kirchengeschichte: Aus der Geschichte der Pfarrei Holler; Manuskript 3 S.; Reiner Dennebaum, Mainz. ↑ zurück
Anm. 74: s. Anm. 72. ↑ zurück
Anm. 75: Söllner, Georg: Entwurf einer Gemeindechronik von Untershausen bis 1987 mit den Themen Geschichte, Gemarkung, Schule, Erster Weltkrieg, Wasserleitung, Wirtschaftskrise, Steinbruch, Kraftpostlinie, Zweiter Weltkrieg, Wahlen, Bürgermeister, Landleben, Vereine, Bauland, kirchliches Leben, Wald. Maschinengeschriebenes Manuskript, Untershausen 1987, 36 S. ↑ zurück
Anm. 76: s. Anm. 15. ↑ zurück
Anm. 77: Schulchronik Untershausen von 1843-1968 liegt in unvollständiger Abschrift vor. Die beiden Bücher wurden 1968 von dem Volksschullehrer Hermann-Josef Hucke aus Daubach später Wiesbaden, teilweise abgeschrieben. Eine Kopie der Hucke-Abschrift ist im Besitz von Reiner Dennebaum, Mainz. ↑ zurück
Anm. 78: Hypothekenbuch, Beurkundungen 360 Nr. 2. Attestaten, Verzeichnisse der Hypotheken auf Äcker und Gebäude, unterschrieben von Schultheißen bzw. Bürgermeister und Feldgerichtschöffen. Landoberschultheiß zu Montabaur, 2ter Band 1846-1861, vom 20. Februar 1846, Seiten 1-47, HHStAW A 360 Untershausen Nr. 2. ↑ zurück
Anm. 79: Becker, Hans, Pfarrer im Bistum Limburg, Mitbegründer der Ges. f. mittelrheinische Kirchengeschichte: Aus der Geschichte der Pfarrei Holler; Manuskript 3 S.; Reiner Dennebaum, Mainz. ↑ zurück
Anm. 80: Becker, Erich: Wandlungen im Gemeinderecht 1848/54. In:
Gemeindeverfassung Nassau seit Ausgang des 18. Jahrhunderts, S. 19 bis 38, digitale-sammlungen.ulb.uni-bonn.de ↑ zurück
Anm. 81: s. Anm. 77. ↑ zurück
Anm. 82: Staats- und Adreß-Handbuch des Herzogthums Nassau, Wiesbaden, Schellenberg-Buchdruckerei 1818 bis 1866, HHStAW Bib. II 28, www.delibri u.a. ↑ zurück
Anm. 83: s. Anm. 78. ↑ zurück
Anm. 84: s. Anm. 77. ↑ zurück
Anm. 85: s. Anm. 66. ↑ zurück
Anm. 86: s. Anm. 78. ↑ zurück
Anm. 87: s. Anm. 77. ↑ zurück
Anm. 88: s. Anm. 66. ↑ zurück
Anm. 89: s. Anm. 77. ↑ zurück
Anm. 90: Staats- und Adreß-Handbuch des Regierungsbezirks Wiesbaden für 1870,
Wiesbaden Druck der A. Stein´schen Buchdruckerei, S. 43; digital.ulb.hhu.de. Düsseldorf, u.a., HHStaW Bib. II 28. ↑ zurück
Anm. 91: s. Anm. 77. ↑ zurück
Anm. 92: s. Anm. 90. ↑ zurück
Anm. 93: s. Anm. 68. ↑ zurück
Anm. 94: s. Anm. 75. ↑ zurück
Anm. 95: s. Anm. 77. ↑ zurück
Anm. 96: s. Anm. 75. ↑ zurück
Anm. 97: Dennebaum, Agnes und Maria Magdalena; Brief an Onkel Johann (John) in Newark, NJ, USA: Familie, Winter Holzversteigerung, Fastnacht 1912. Untershausen 2. Febr. 1912. ↑ zurück
Anm. 98: s. Anm. 77. ↑ zurück
Anm. 99: Hugo Herrmann, Zeitzeuge, Untershausen H25. ↑ zurück
Anm. 100: s. Anm. 75. ↑ zurück
Anm. 101: s. Anm. 90. ↑ zurück
Anm. 102: s. Anm. 75. ↑ zurück
Anm. 103: Ehrentafel der Kriegsteilnehmer der Gemeinden Holler und Untershausen im Weltkriege 1914-1918. Gefallene und Überlebende sind mit Passfoto und Namen gekennzeichnet, Gemeinde Holler. ↑ zurück
Anm. 104: s. Anm. 75. ↑ zurück
Anm. 105: Westerwald-Adreßbuch 1922, Buchdruckerei Carl Ebner, Marienberg und Hachenburg, S. 252; dilibri.de/rlb/ ↑ zurück
Anm. 106: s. Anm. 75. ↑ zurück
Anm. 107: s. Anm. 75. ↑ zurück
Anm. 108: s. Anm. 75. ↑ zurück
Anm. 109: Lilienthal, Georg: Beantwortung einer Rechercheanfrage vom 13.08.2011 bzgl. Anton Ludwig und Josef Ludwig. Erforschung der Orts- und Regionalgeschichte von Untershausen. Gedenkstätte Hadamar, 19.12.2011. ↑ zurück
Anm. 110: Gombert, Otto Paul: Briefe und Gespräche mit einem Zeitzeugen in den Jahren 2011-13, Keramik-Ingenieur, Mettlach, ehemals Untershausen H3; Unterlagen im Besitz von Reiner Dennebaum, Mainz. ↑ zurück
Anm. 111: s. Anm. 77. ↑ zurück
Anm. 112: s. Anm. 75. ↑ zurück
Anm. 113: s. Anm. 62. ↑ zurück
Anm. 114: s. Anm. 75. ↑ zurück
Anm. 115: s. Anm. 75. ↑ zurück
Anm. 116: s. Anm. 75. ↑ zurück
Anm. 117: Hübner, Sabine: Die Ortsgemeinden der Verbandsgemeinde Montabaur in ihren Landschaften. In: 25 Jahre Verbandsgemeinde Montabaur 1972-1997. Herausgeber und Verlag: Verbandsgemeindeverwaltung Montabaur 1997. Redaktion Sabine Hübner und Hermann-Josef Hucke. Görres-Druckerei, Koblenz. ISBN 3-920388-62-3, Montabaur 1997, 227 S. ↑ zurück
Anm. 118: erabschiedung der Gemeinderechner und Standesbeamte im Unterwesterwaldkreis. Rhein-Zeitung vom 24./25. März 1973. ↑ zurück
Anm. 119: Westerwälder Zeitung, Lokalausgabe der Rheinzeitung für den Westerwaldkreis, Herausgeber Mittelrhein-Verlag GmbH, Koblenz. ↑ zurück