Protestantische Pfarrkirche und Pfarrhaus

Protestantische Kirche und Kriegerdenkmal

Bereits in der Schenkungsurkunde Kaiser Ludwigs des Frommen wird eine zur Pfarrei Albisheim gehörende Kapelle mit Kaplanei in Gauersheim erwähnt. Diese stand vermutlich bereits an derselben Stelle wie die heutige Kirche und war dem Evangelisten Johannes geweiht.[Anm. 1] Um 1227 wurde eine größere Kirche errichtet, deren Chorturm bis heute besteht. 1227 bis 1231 erhielt das Kloster Rothenkirchen bei Oberwiesen die alleinigen Patronatsrechte über die Pfarrei Albisheim mit der Filiale Gauersheim. In einer dazugehörigen Urkunde verzichteten die Grafen von Leiningen und die Herren von Bolanden gegenüber dem Kloster auf ihre Patronatsrechte. Von 1501 an war die Kirche eine Filiale der katholischen Pfarrei Stetten.[Anm. 2] Für 1521 ist ein Marienpatrozinium nachweisbar, das später Eingang ins Wappen der politischen Gemeinde gefunden hat.[Anm. 3] 1551 wurde die Kirche den Lutheranern zugesprochen und damit zur eigenen Pfarrei. Diese wird anfänglich nur Gauersheim und Stetten umfasst haben, erst später kamen Ilbesheim (1981) und Rittersheim (nach 1998) hinzu.[Anm. 4]

Innenansicht der Kirche. Der Bogen rechts bildet den Übergang zum Chorturm.

Aufgrund der erhöhten Lage und der massiven Stützmauer geht man davon aus, dass es sich um eine Wehrkirche handelt. Der um die Kirche gelegene Friedhof, von dem noch zwei Grabstein erhalten sind, wurde Anfang des 19. Jahrhunderts an den Ortsrand verlegt. Das Kirchengebäude selbst wurde im 17. Jahrhundert schwer in Mitleidenschaft gezogen, woraufhin die Freiherren von Wallbrunn 1751, unter Einbeziehung frühere Bauteile, ein neues, erweitertes Kirchenschiff errichten und den Turm aufstocken ließen. Über dem Portal befinden sich die Jahreszahl 1751 und das wallbrunn‘sche Wappen. Etwa zur gleichen Zeit entstand auch das Pfarrhaus, schräg gegenüber der Kirche. Im Turm befinden sich das Epitaph des Friedrich Steben von Einselthum († 1549), das aufwändige, mit lebensgroßen Figuren geschmückte Grabmal von Wolf († 1602) und Maria von Oberstein († 1606) und die wappengeschmückte Grabplatte von Anna Sophia von Wallbrunn († 1666).[Anm. 5]

Epitaph des Wolf von Oberstein und seiner
Ehefrau Maria geb. Horneck von Weinheim

Schlussstein mit dem wallbrunn’schen
Wappen über dem Portal

verwendete Literatur

  • Frey, Michael: Versuch einer geographisch-historisch-
  • statistischen Beschreibung des königlich bayerischen Rheinkreises Band 3, Speyer 1837.
  • Krienke, Dieter: Donnersbergkreis. Worms 1998 (Denkmaltopographie Bundesrepublik Deutschland. Kulturdenkmäler in Rheinland-Pfalz, 15).
  • Nordpfälzer Geschichtsverein (Hg.): Die Kirchen der Nordpfalz, Otterbach 1985.

Anm. 1: Kirchen der Nordpfalz, Nordpfälzer Geschichtsverein (Hg.) 1985, S. 28. ↑ zurück

Anm. 2: Frey 1837, S. 300. ↑ zurück

Anm. 3: Krienke 1998, S. 292. ↑ zurück

Anm. 4: ebd. S. 300, 382. ↑ zurück

Anm. 5: ebd. S. 292-294; Nordpfälzer Geschichtsverein (Hg.) 1985, S. 28. ↑ zurück